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Literatur Verschiedene Facetten der Liebe

Elsfleth - Sich auch mal von seinen Gefühlen leiten lassen, und etwas Neues ausprobieren, das ist die Botschaft von Maria Marburgs Text „Noch einmal...“ den sie auf der Premiere des Buches „Liebes Geschichten – Ein Lesebuch für die Wesermarsch“ an diesem Freitag, 6. November, in Moorriem vorträgt.

In ihrem Text geht es um die Seniorin Lisa, die seit einem Jahr im Altersheim lebt. Sie schwelgt in Erinnerungen an eine Zeit, in der sie mit ihrem Mann auf dem Motorrad durch die Landschaft fuhr.

Regelmäßige Übung

„Ich bin selbst ein Typ, der nicht unbedingt zum Mainstream gehört, das verkörpert auch Lisa ein bisschen“, sagt Marburg. Lisa sei jedoch eine fiktive Figur, erzählt die 66-Jährige. Ihr Interesse am Schreiben entdeckte sie vor rund drei Jahren. „Da habe ich an einem Schreibworkshop teilgenommen, den ich immer noch regelmäßig besuche“, sagt Marburg. Dort bekommen die Teilnehmer verschiedene Stichworte nach denen sie anschließend Texte schreiben. Zwei Werke von Marburg sind in dem Lesebuch veröffentlicht. Die zweite Geschichte heißt „Sehnsucht nach Berlin“.

Fast ein Gegenteil dazu ist der „Anke-Rap“ von Edith Koschnick. Die Entstehung des Werkes war eher Zufall. „Herr Rakow hatte einen Aufruf gestartet, dass er zwar schon viele gute Texte erhalten hatte, aber was ihm noch fehle, wäre ein frecher Rap von jungen Leuten“, erzählt Koschnick. „Da habe ich gedacht, warum nur von jungen Leuten?“, sagt die 65-Jährige und lacht. Den Text habe sie also eigentlich aus einer Trotzreaktion heraus geschrieben, sagt sie.

Dabei hätte sie mit Rap-Musik überhaupt nichts zu tun und auch das Thema Tattoos sei eigentlich nichts für sie, sagt sie. In dem Rap erzählt das lyrische Ich von seinen verflossenen Liebschaften, die er in Tattoos auf seinem Körper verewigt hat. Sie habe vor etwa drei Jahren mit dem Schreiben angefangen. „Ich hatte damals eine Fußoperation und konnte dadurch nicht viel tun. Da habe ich spontan ,Special Offer’ geschrieben, was dann ja auch durch Reinhard Rakow in ,Winterreise’ veröffentlicht wurde“, erzählt Koschnick.

Worte in Szene setzen

Schon als junges Mädchen habe sie Balladen gelesen und sei davon fasziniert gewesen, erzählt sie. Diese Werke würden so viele Emotionen beinhalten. Wenn sie Balladen rezitiere, sei sie ihr eigener Dramaturg, sagt Koschnick. „Balladen leiert man nicht einfach so runter, sondern man spielt sie“. Auch den „Anke-Rap“, will Koschnick so gut sie kann in Szene setzen. „Anke“ sei eine langjährige Freundin, dessen Geburtstag sie vergessen hatte, erzählt Koschnick. Der „Anke-Rap“ sei ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk, verrät sie. Auch Edith Koschnick ist mit zwei Texten in dem Lesebuch vertreten. „Die Gladiole“ heißt das zweite Werk.

Das Buch ist innerhalb eines Projekts der Ländlichen Erwachsenenbildung Wesermarsch und der fünften Berner Bücherwochen entstanden. Mehr als 400 Autoren aus der Region hatten sich daraufhin mit ihren Texten beworben. Rund 70 haben es ins Buch geschafft, sagt Reinhard Rakow. Er verspricht einen literarischen Liebesreigen der besonderen Art. „Un veel Platt steiht ok in!“, sagt Rakow.

Die Premiere am Freitag beginnt um 19.30 Uhr im Landcafé Moorriem. Musikalische Zwischenspiele bietet Niko Komar mit seiner Gitarre. Das Buch „Liebes Geschichten“ erscheint im Geest-Verlag. Es kostet 16 Euro.

Merle Ullrich
Merle Ullrich Redaktion Brake
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