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Vertriebene für Krieg nicht allein verantwortlich

Betrifft:

„Linke gegen Denkmal“ (NWZ vom 20. Juni)

Es heißt hier u.a.: „Der von deutschen Faschisten ausgelöste Angriffskrieg werde als Ursache nicht deutlich gemacht.“ Man setzt hier wieder einmal die 15 Millionen Vertriebenen aus den ostdeutschen Ländern mit Faschisten gleich. Das ist unfair und widerspricht der Realität. Nach dem Buch „Friede, Freude, Eierkuchen“ (Schardt-Verlag) waren lediglich 0,2% der deutschen Gesamtbevölkerung für den 2. Weltkrieg und den Holocaust verantwortlich. Das entspricht ca. 150 000 der führenden Faschisten. Sollen also die restlichen 99,8% für diese Verbrechen büßen, indem sie ihre Heimat und Hab und Gut auf grausame Art und Weise verloren haben? Das kann doch wohl nicht einmal „die Linke“ wollen. Ein Denkmal ist überfällig!

Manfred Pradel

Oldenburg

(...) Richtig ist, dass Hitler einen ungerechtfertigten Krieg gegen Polen angezettelt hatte, unter dem leider unzählig viele Menschen im Osten zu leiden hatten. Richtig ist, dass Wiedergutmachung unsere Pflicht war und ist.

Falsch ist das Bemühen, die Vertreibung Millionen Deutscher aus ihrer Heimat unter unwürdigen Umständen und dem Einbehalten ihrer Habseligkeiten und des Vermögens als rechtmäßige Folge des Angriffskrieges zu bezeichnen: Eine Entschädigung, Reparationen und gemeinsame Aufbauarbeit nach Kriegsende wären humane Verpflichtung gewesen, aber nicht ein (...) „Auge um Auge, Zahn um Zahn“. Das ist schlechte Grundlage für eine christliche Versöhnung! (...)

In Deutschland werden Denkmale für alle möglichen kleineren Gruppierungen gesetzt (...). Weshalb sollte die große Gruppe der Vertriebenen (...) mit ihren Verdiensten um den Neubeginn kein sinnvolles (...) Denkmal erhalten?

Wolfgang Oehrl

Oldenburg
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