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Vertriebene können über Denkmal selbst entscheiden

Betrifft:

„Heimatgefühle für die Stadt“

,

(NWZ vom 1. August

)

In dem Buch „Friede, Freude, Eierkuchen“ (Schardt Verlag) heißt es: „Der Holocaust war das schlimmste Verbrechen, das die Heimatvertriebenen in diesem Umfang erfahren haben.“ Das sehen auch die deutschen Heimatvertriebenen so.

An anderer Stelle wird darauf hingewiesen und begründet, dass 99,8 Prozent der Heimatvertriebenen nicht für den Holocaust verantwortlich waren. Das Verbrechen der brutalen Vertreibung von circa 15 Millionen Deutschen aus ihrer Heimat (...) wird ebenfalls dargestellt. Es handelt sich um zwei voneinander unabhängige schwere Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Der Bau eines Denkmals wurde von den ostdeutschen Heimatvertriebenen initiiert. Zunächst wurde von Seiten der jüdischen Gemeinde dieses Vorhaben auch so gesehen, denn bei der Standortsuche wurde sowohl gegen die Ansiedlung auf dem Cäcilienplatz (wegen der dort liegenden Trümmer der Synagoge), als auch auf dem Platz der ehemaligen Feuerwache (wegen der Nähe zum jüdischen Denkmal) protestiert. Wenn man neuerdings nach einem offensichtlichen Sinneswandel dieses Denkmal mit der Vertreibung anderer Menschengruppen vermischen will, dann ist der eigentliche Sinn, nämlich ein Denkmal für die deutschen Ostvertriebenen zu erstellen, verfehlt. Die Theologen und sogenannten Historiker sollten überlegen, was sie wollen; dann wird auch der verehrte Ehrenbürger Leo Trepp aus Kalifornien nicht ins Trudeln geraten. Die Oldenburger Heimatvertriebenen mit einem ehemaligen Anteil an der Bevölkerung von circa dreißig Prozent können über ihr Denkmal selbst entscheiden.

Manfred Pradel

Oldenburg
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