Friesoythe - „Ein Traum ist in Erfüllung gegangen.“ Gemeint hat Wolfgang Letzel, Leiter des Postgeschichtlichen Museums Friesoythe, damit die Erweiterung des Museums um einen neuen 120 Quadratmeter großen Ausstellungsraum. Er erinnerte bei einem offiziellen Empfang zur Einsegnung des neuen Raumes daran, dass man schon vor zehn Jahren die Pläne zum Ausbau des Bodenraumes in der Tasche gehabt habe. Die Umsetzung sei immer wieder an der Finanzierung gescheitert.

Die Dachausbauarbeiten seien im Mai vorigen Jahres begonnen und schon Ende Juni fertiggestellt und dann durch die Stadt dem Postgeschichtlichen Museum übergeben worden. Damit sei die Arbeit für ihn und seinen Stellvertreter Walter Beckmann erst richtig losgegangen, galt es doch, den Raum mit Leben zu füllen, so Letzel. Um dies zu können, habe man finanzielle Unterstützung benötigt. Zahlreiche Spenden hätten geholfen. Aus eigenen Mitteln wurden 5000 Euro eingebracht, und außerdem wurden 2000 Stunden Arbeit investiert, hieß es. Weiter wies er darauf hin, dass zwei Räume der ehemaligen Dauerausstellung komplett neu eingerichtet wurden. Einer der ehemaligen Posträume trägt den Titel „Kommunikation in den 1950er-Jahren“, im anderen Raum dreht sich alles um die Datenspeicherung. Neben den Dauerausstellungen gibt es jetzt auch eine Sonderausstellung unter der Überschrift: „Sorge-Tod-Tränen – 100 Jahre 1. Weltkrieg“.

Letzel dankte allen, die sich für den neuen Ausstellungsraum engagierten, und fügte hinzu: „Wir glauben, dass das Ergebnis sich sehen lassen kann.“ Zu Beginn hatte er Ehrengäste aus Politik, Kirche, Verwaltung, Wirtschaft und Vereinen begrüßt. Erster Stadtrat Dirk Vorlauf bezeichnete den Ausbau als ein Höhepunkt für Friesoythe, da es den Tourismus fördere und Menschen in die Stadt bringe. Die Einsegnung erfolgte durch Pastorin Meike Wendt und Dechant Michael Borth.

Am Sonntag – anlässlich des internationalen Museumstages – hatte die Öffentlichkeit im Rahmen eines „Tages der offenen Tür“ die Möglichkeit, das ausgebaute Postmuseum in Augenschein zu nehmen. Als Attraktion warb ein Postillion sehr erfolgreich für den Besuch des Museums. Mit Erfolg: 350 Besucher kamen anlässlich des Internationalen Museumstages nach Friesoythe. Gerhard Steenken und Wolfgang Letzel vom Museumsteam führten die Besucher Fachkundig durch die Ausstellung. Heidi Beckmann hatte eigens ein kleines Programm für die kleinen Besucher veranstaltet, an deren Ende jedes Kind eine Belohnung erhielt.