Es muss ja nicht immer Fasching sein, um in besonderem Rahmen fröhlich zu feiern. Petra und Ralf Osterloh hatten in der vergangenen Woche dazu allen Anlass, denn ihre Hochzeit liegt mittlerweile bereits zehn Jahr zurück. Bevor am Wochenende die hölzerne Hochzeit gebührend gefeiert wurde, baten die Mitarbeiter zur Übergabe eines unübersehbaren Geschenkes vor die Tür: Unter der Regie von Christian Sturß (ovales Bild, links) und Michael Kloer war aus Baustahl ein Gerüst geschweißt worden, das durch geschickte Verkleidung flugs zum Mähdrescher wurde – für das Lohnunternehmer-Paar aus Steinkimmen ein durchaus vertrauter Anblick. Besonderes Spaß hatten die beiden Kinder des hölzernen Brautpaares: Simone und Tobis funktionierten das Geschenk gleich zum Spielgerät um.
Gefeiert wurde in den letzten Tagen in Ganderkesee allerdings vor allem in bunten Kostümen. Auch der Faschingsnachwuchs hatte seinen Spaß am Verkleiden Er kam so richtig in Fahrt, als am Sonntag der traditionelle Kinderfasching stattfand, bei dem wieder allerbeste Stimmung herrschte. Ein besonders großes Kostüm zog die Aufmerksam vieler Kinder auf sich: Gernot kam zwar nur kurz mit auf die Bühne, alsNWZ
-Mediaberater Jörg Rabenberg einen Scheck über 500 Euro für die GGV-Nachwuchs-Veranstaltung überreichte, aber auf dem Platz vor der Bühne war Gernot die ganze Zeit über in Aktion – und von vielen Kindern umlagert. Autogrammwünsche konnte er nicht erfüllten: Auch wenn der Füllfederhalter anderes suggeriert: Mit den großen Ganter-Flügeln ist das Signieren mehr als nur ein Kunststück.Meistens hatte sie im Hintergrund gewirkt, aber am Sonntag stand Yvonne Hummel-Kwasny einmal im Scheinwerferlicht auf der Bühne. Über anderthalb Jahrzehnte hinweg hat die Faschings-Enthusiastin das jeweilige Kinderprinzenpaar betreut, hat Termine organisiert und war immer zur Stelle, wenn die kleinen Prinzen und Prinzessinnen einer kleinen Hilfestellung der Großen bedurften. Dafür gab es nicht nur viel Lob von Kinderfaschings-Leiter Alexander Meyer. Als Dankeschön überreichte Ex-Kinderprinz Tom I. (Adler) den Ehrenorden des Kinderfaschings.
Möglicherweise eine potenzielle Kinderfaschingsprinzessin der kommenden Jahre könnte die kleine Femke sein – schließlich stammt sie aus einem närrischen Adelshaus. Vater Volker I. (Kreye) hält ja in der aktuellen Session beim Ganderkeseer Narrenvolk Hof. Seine Hoheit war auch beim Kinderfasching dabei, aber nur inkognito: Am Sonntag standen Tochter Femke (rundes Bils) und Sohn Thore im Mittelpunkt, die beide hübsch kostümiert waren.
Üblicherweise nicht im Mittelpunkt, sondern eher im Hintergrund sind beim Fasching die Männer vom Bühnenaufbaukommando (Büko) zu finden. Eine Ausnahme bildete da der erste Büttenabend, als die Crew um Klaus-Dieter Stubbemann („Stubbi“) mitten im Programm auf die Bühne kam. Der Anlass: Es galt, Wolfgang Jantschak für dessen mittlerweile 40-jährigen Einsatz als Bühnenmeister im Büko zu ehren. Zuverlässig und gewissenhaft habe Jantschak seine Aufgaben wahrgenommen, attestierte Stubbi und überreichte als Dankeschön einen hölzernen Teller des GGV-Präsidiums. Zu den Aufgaben des Bühnenmeisters zählt die Planung, welche Requisiten zu welchem Zeitpunkt an welchem Platz der Bühne stehen sollen. Künftig wird hierfür Jörg Kreye, bislang stellvertretender Bühnenmeister, zuständig sein. Jantschak wird dem Büko die Treue halten, einer Crew, die in Faschingskreisen als eingeschworene Gemeinschaft von Praktikern gilt.
Erste Büttenabend-Erfahrungen machte am Wochenende der Rathauschef aus Ganderkesees Nachbarstadt Delmenhorst, OB Patrick de La Lanne. Am Ende war er durchaus angetan und sprach vom Wiederkommen. Obwohl „seine“ Stadt ganz schön durch den Kakao gezogen wurde. Zum Beispiel von Schreiberling Hergen Schelling, der sich der Graft-Versumpfung annahm: „Vielleicht ist bald ja gar kein Land mehr da, wo Delmenhorst mal stand. Wer erzählt denn dann so’n Mist, dass Klimawandel schädlich ist.“
Enttarnt wurde ein paar Tische weiter Frank Eger. Zwar hatte der Landrat die Kapuze seiner Mönchskutte bisweilen tief übers Gesicht gezogen, doch Moderator Gerrit Meyer entdeckte ihn sofort. Logisch, dass der Brettorfer auch für den Chef der Kreisverwaltung ein charmantes Wort fand: „Jeder darf ein Mönchskostüm tragen, aber nicht Du.“
