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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Viel Gezucke und routiniert hysterisches Geschrei

27.08.2009

SALZBURG Regietheater-Schelte, Personaldiskussionen und persönliche Animositäten: Anders als sonst haben die Salzburger Festspiele 2009 nicht vor allem mit Inhaltlichem für Furore gesorgt.

Dementsprechend fällt jetzt die künstlerische Bilanz des österreichischen Traditionsfestivals aus: Weder das Opern- noch das Schauspielprogramm überzeugten Kritiker wie Zuschauer uneingeschränkt. Als einsamer Held wird einzig Markus Hinterhäuser für sein durchdachtes Konzertprogramm gefeiert.

„Ständig Videowände und Spaghettiessen, Gezucke und routiniert hysterisches Geschrei“, so beschrieb der Schriftsteller Daniel Kehlmann in seiner Eröffnungsrede den Zustand des deutschsprachigen Theaters.

Belächelt

Die sehr persönlich gefärbte Ansprache mit heftiger Kritik am aktuellen Regietheater entfachte dann eine breite Debatte, von manchen Theatermachern wurde der 34-Jährige allerdings schlicht belächelt. Daneben lieferten auch noch die gern streitfreudige österreichische Schriftstellerin Marlene Streeruwitz – die die Salzburger Festspiele indirekt als „faschistoid“ kritisierte – und Theatermacher wie Klaus Bachler mit ihrer Festspielschelte im Vorfeld ausreichend Gesprächsstoff für die Stehpartys.

„Das Spiel der Ohnmächtigen“, betitelte die Wiener Zeitung „Kurier“ ihre Festspielbilanz in Anspielung auf das diesjährige Motto „Das Spiel der Mächtigen“ und forderte die Programmmacher auf: „Nächstes Jahr bitte wieder ohne angezogene Handbremse.“ Auch für den ORF war Salzburg in diesem Jahr „nicht gerade massentaugliches Programm“.

Einige Sitze leer

Thematisch dominierte diesmal auf den Opernbühnen Biblisches. Als ungewöhnliche Eröffnungspremiere stand das selten gezeigte Händel-Oratorium „Theodora“ in der Inszenierung von Christof Loy auf dem Programm. Das Stück um die Christenverfolgung wurde vom Publikum gefeiert, allerdings blieben schon bei der Eröffnungspremiere einige Sitze leer.

Deutliche Buh-Rufe musste sich Salzburg-Intendant Jürgen Flimm für seine Rossini-Oper „Moise et Pharaon“ über den Auszug der Juden aus Ägypten anhören.

Als voller Erfolg wurde dagegen die Luigi-Nono-Oper „Al gran sole carico d'amore“ gefeiert, die Katie Mitchell in Szene setzte.

Auch im Theater fehlten die groß bejubelten „Blockbuster“-Premieren.

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