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Rechenpanne Bei Beiträgen Viele Überstunden bei den Kita-Trägern in Oldenburg

Evelyn Eveslage

Oldenburg - Großer Aufwand aus gutem Grund: So lässt sich die Reaktion der freien Kita-Träger auf den Ratsbeschluss zusammenfassen. Wie berichtet, fällt ab diesen Freitag zum Beginn des Kindertagesstättenjahres die höchste Beitragsstufe für Kindertagesbetreuung weg, die für Eltern mit einem Jahresbruttoeinkommen über 60 000 Euro galt. Die NWZ  hakte bei freien Trägern nach, welcher Organisationsaufwand damit verbunden ist, die Betreuungsverträge für die höchste Beitragsstufe ändern zu müssen.

„Unsere Buchhaltung hat einen gewissen Zusatzaufwand: Wir werden ein Wochenende dransetzen und das Ganze mit Überstunden bewältigen“, erklärt Bettina Castelli von der Kaufmännischen Fachbereichsleitung des Kindertagesstätten- und Beratungs-Verbandes (KiB). Der KiB ist Träger von 757 Kita-Plätzen für Kinder zwischen null und elf Jahren.

Wohl der Eltern im Blick

Für die neue Beitragsbemessung werde ein eigenes Verwaltungsprogramm genutzt, die Mitarbeiter gingen motiviert ans Werk: „Zum Wohl der Eltern machen wir das gerne.“ Beträge müssen neu ausgerechnet und entsprechend kommuniziert werden, schildert Jürgen Elberling, beim Verein für Kinder zuständig für alle kaufmännischen Fragen. 22 Einrichtungen zur Kinderbetreuung befinden sich insgesamt in Trägerschaft des Vereins.

Aus rein bürokratischer Sicht sei er nicht begeistert. Denn: Weitere Änderungen sind zum 1. Januar möglich – bis dahin soll eine Arbeitsgruppe das Beitragssystem überarbeiten. Dann stehe für die Kindertagesstätten traditionell die Jahresabschluss- und Betriebskostenabrechnung an. Elberling nimmt die Tatsache mit Humor und sagt schmunzelnd: „Wenn wir im Januar noch mal neue Verträge abschließen müssen, stellen wir eben einen Antrag auf Verwaltungskostenzuschuss.“ Auf der anderen Seite gibt er zu bedenken, sei ja nicht die Struktur der Beitragsreform, sondern vor allem die Obergrenze der Beiträge der Zankapfel gewesen.

Ärger nachvollziehbar

„Wir sind nah an den Eltern und können ihre Belange nachvollziehen. Mir fällt eine junge Familie ein, deren Einkommen 300 Euro über dem Höchstsatz liegt und die deswegen genauso viel zahlt wie eine Familie mit sechsstelligem Jahreseinkommen“, so Ines Wiesner vom Diakonie-Kindergarten Birkhuhnweg.

Sie resümiert: „Grundsätzlich war die Reform nötig. Im Nachhinein wäre es für uns Träger einfacher gewesen, wenn die Beitragsstufen vorher geprüft worden wären.“

Für die 21 Kindertagesstätten in evangelischer Trägerschaft mit rund 1800 Kindern werden die nötigen Betreuungsverträge zentral ausgestellt. Der Leiter der Regionalen Dienststelle Oldenburg, Thomas Kahl, erklärt: „Wir sind dabei, die Eltern in der höchsten Beitragsstufe zu informieren, dass sie statt der bisher angenommenen 2 Euro nun 1,70 Euro pro Betreuungsstunde zahlen – ein enormer Aufwand.“

Auch Stadt bessert nach

Rund 250 Beitragsbescheide stellt das Jugendamt für Eltern aus, deren Kinder von Tagesmüttern betreut werden. Für die städtischen Kitas (nicht nur Krippen) müssen 215 Betreuungsverträge neu abgeschlossen werden.

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