Frage:
Herr Hohlbein, Sie haben zirka 150 Bücher verfasst. Besteht da nicht die Gefahr, sich inhaltlich zu wiederholen?Hohlbein:
Das müssten Sie meine Leser fragen. Ich hoffe nicht. Wenn ich immer im selben Genre schreiben würde, vielleicht. Insofern ist die Gefahr nicht so groß.Frage:
Woher stammen die Ideen zu ihren Geschichten?Hohlbein:
Es gibt keine Quelle für Ideen. Vieles kommt einfach so. Ich verarbeite viel von dem, was ich selber sehe und höre. Das bildet dann den ersten Kieselstein einer Geschichte.Frage:
Ihre Bücher spielen häufig in Fantasiewelten. Wollen Sie auf diese Weise der Realität entfliehen?Hohlbein:
So ein bisschen vielleicht. Das ist, glaube ich, auch der Grund, warum man solche Bücher liest. So lange man den Rückweg in die Realität findet, ist das unbedenklich.Frage:
Ihr neuestes Buch, Die Tochter der Himmelsscheibe, rankt sich um die Himmelsscheibe von Nebra. Was hat Sie an diesem Thema fasziniert?Hohlbein:
Dieses kleine harmlose Metall hat die Archäologie auf den Kopf gestellt. Es ist der Beweis, dass es eine hoch entwickelte Kultur gab. Die Menschen waren weiter als wir dachten.Frage:
Vor dem Landgericht Halle wird derzeit darum gestritten, ob die Himmelsscheibe von Nebra echt ist. Sie haben das Artefakt in den Händen gehalten...Hohlbein
: Dennoch kann ich immer noch nicht beurteilen, ob sie echt ist. Strittig ist, ob sie nun aus Halle oder nicht doch aus England, Griechenland oder Russland stammt. Fest steht, dass sie so alt ist.Frage:
Haben Sie aus den Reihen Ihrer eigenen Werke einen Lieblingstitel?Hohlbein:
Hagen von Tronje. Die Leute teilen diese Auffassung. Leider war das Buch nicht so erfolgreich.Frage:
An welchem Buch arbeiten Sie zurzeit?Hohlbein:
An einem neuen Jugendbuch, das ich gemeinsam mit meiner Frau schreibe.Frage:
Herr Hohlbein, Sie sind 51 Jahre alt. Die Hälfte Ihres Lebens haben Sie mit dem hauptberuflichen Schreiben von Büchern verbracht. Können Sie sich vorstellen, irgendwann einmal nicht mehr zu schreiben?Hohlbein:
Ich kenne keinen Autor, der 60 ist und sagt: Ich hör auf. Meine Lebensplanung sieht so aus, dass ich mit 128 Jahren mit einem Stift in der Hand tot unter meinem Schreibtisch gefunden werde.Der Schriftsteller Wolfgang Hohlbein gilt als Großmeister phantastischer Romane. Seine Bücher verkauften sich millionenfach.
