VIELSTEDT - Plattdeutsche Geschichten von den Widrigkeiten des Waschtages und dem Kampf mit den Holzschuhen führten am Sonntag die Besucher des Plattdeutschen Nachmittags im Vielstedter Bauernhaus zurück in frühere Zeiten. Erika Roselius, Waltraut Holldorf und Reiner Großkopf unterhielten die Zuhörer zweieinhalb Stunden lang mit heiteren und besinnlichen Geschichten.
„Alle plattdeutschen Geschichten sind mitten aus dem Leben gegriffen“, betont Gästeführerin Erika Roselius. Daher freut es sie, wenn ihre Geschichten den Besuchern Anlass geben, sich an die eigene Vergangenheit zu erinnern. So geht es auch Christel-Dieter Oeltjen aus Hude: „Die Erzählungen erinnern mich an meine eigene Jugend.“
Die 60 Gäste aus Hude und Umgebung sind vom Nachmittag im alten Bauernhaus begeistert. „Das Ambiente ist sehr schön und der Vortrag toll“, lobt Wolfgang Fischer die Veranstaltung.
Bei Eierlikörtorte und Schinkenbrot wurden auch Riemels vorgetragen: Waltraut Holldorf las zwei plattdeutsche Gedichte der Delmenhorsterin Wilma Niendieker.
Erika Roselius war mit dem Zuspruch der Veranstaltung sehr zufrieden. Allerdings wünscht sie sich, mit der Veranstaltung auch ein jüngeres Publikum zu erreichen. „An den Schulen sollte Plattdeutsch unterrichtet werden“, fordert sie. Gemeinsam mit Waltraut Holldorf und Reiner Großkopf veranstaltet sie seit 2001 plattdeutsche Nachmittage. Immer wieder auch im Vielstedter Bauernhaus. „Das Ambiente hier passt einfach sehr gut zu unseren Geschichten“, findet auch Waltraut Holldorf, die sich im Bauernhaus wohlfühlt. Für gute Stimmung sorgt auch die Akkordeonmusik von Helmut Gerken, der zwischen den Vorträgen aufspielt.
Für Arnold Düßmann aus Delmenhorst gehört die Veranstaltung im Vielstedter Bauernhaus zum festen Programm: „Wir sind jedes Mal hier gewesen.“ Platt ist für ihn immer noch Alltagssprache. Heidi Mehldau hingegen muss gut zuhören, um wirklich alles zu verstehen.
