Bremen/Oldenburg - Thomas Albert ist ein großer Kenner musikalischer Noten. Doch er versteht sich ebenso gut auf Fußnoten, auf die kleinen Erläuterungen. Ehe das Musikfest Bremen am 20. August beginnt, hat der Intendant des 27. Festivals in der Hansestadt und im Umland längst mit Entschiedenheit ein hohes Tempo aufgenommen: Allegro deciso also.

Zu den Gastspielen im Nordwesten verkündet Alte-Musik-Verfechter Albert Vielversprechendes zu zwei Gastspielen in Oldenburg. Am 21. August gastiert Fabio Biondis Ensemble „Europa galante“ im Großen Haus des Staatstheaters. In Vincenzo Bellinis Belcanto-Oper „I Capuleti e i Montecchi“ gestalten dabei Vivica Genaux und Valentina Farkas die Romeo- und Julia-Rollen. Am 4. September wird es im Schloss intimer, wenn in einer Matinee Literatur und Musik aufeinandertreffen.

Fußnoten eins bis drei: Die Oper wird konzertant gegeben. „Das verdichtet den Fokus auf die Musik, es gibt null Ablenkung“, erläutert Albert. Emotionen werden ohne Bilder trotzdem intensiv ausgelebt. Der Intendant: „Das Ensemble singt auswendig und betont in den Bewegungen die Stimmungen.“ Auch das Ambiente spielt für ihn eine bestimmende Rolle: „Oldenburg hat einen Raum, um den wir es beneiden. So haben die italienischen Opernhäuser zu Bellinis Zeit ausgesehen.“

Fußnoten vier und fünf: Bei der Matinee im Schloss liest die niederländische Autorin Margriet de Moor aus ihrem Roman „Der Virtuose“, das Ensemble Il Giratempo streut Barockmusik ein, die Kulturjournalistin Kristina Maidt-Zinke moderiert – „und das alles in einem traumhaft schönen Raum“. Zudem tritt ein Sopranist auf, Philipp Mathmann. „Der singt nicht nur, er erforscht auch die Vielfalt der menschlichen Stimme.“

Bis zum 10. September dauert das Musikfest mit seinen 35 Programmen in Bremen und zwischen Hamburg und den Niederlanden. „Die Region ist für uns ein wichtiger und höchst verlässlicher Partner”, sagt der Intendant. Fußnote sechs, sozusagen.