Ein eingespieltes Team ist zu erleben, wenn Rethorns Ortsverein zum „Backtag“ im und am alten Backhaus einlädt. Das war auch am Sonntag so: Schon am Vorabend hatte Horst Becker den Backofen vorgeheizt. Nachts ab 4.30 Uhr sorgte Klaus Schütte dann mit Buchenholz für die richtige Temperatur, bevor ab etwa 9 Uhr viele Hände zupackten. Nun halfen auch Wilfried Niehaus, Detlef Westerholt, Marion Daniel, Simone Schan, Margrit Wöbse, Peter Lauprecht, Ortsvereins-Vorsitzender Jörg Thielhelm und natürlich Bäckermeister Peter Finke, etwa 170 Brote und 35 Bleche Butterkuchen knusprig zu backen, für den Verkauf vorzubereiten – und in einem kleinen Pavillon vor dem Backhaus zu versilbern. „Das Brot war früh ausverkauft“, staunte Marion Daniel über die große Nachfrage. Allerdings: Bei den Backtagen (immer am Sonntag vor Ostern und am ersten Sonntag im Oktober) komme es dem Ortsverein nicht nur aufs Backen, sondern auch aufs Schnacken an. Die Aktion habe sich nämlich zu einem Treffpunkt der Rethorner gemausert. Um die Geselligkeit zu unterstützen, bietet der Verein auch warme und kalte Getränke an.

Apropos Treffpunkte: Gut angenommen wird in Rethorn der am Wanderweg rund um den Kamerner See im Sommer 2011 angelegte Steg nahe der Straße Hohenborn. Dort spazieren zu gehen, „das ist wie Urlaub“, schwärmte Marion Daniel von der Idylle. Um diese Idylle zu bewahren, rückten Mitglieder des Ortsvereins am Sonnabend parallel zur „Aktion Saubere Landschaft“ zu Pflegearbeiten am Rundweg aus.

In Sachen „Aktion Saubere Landschaft“ waren ja, wie berichtet, am Sonnabend im gesamten Gemeindegebiet rund 200 Freiwillige mit blauen Müllsäcken ausgeschwärmt. Auch mehrere Neubürger waren unter den Helfern – wie etwa Sandra und Stephan Tschirschnitz, die im Bereich Almsloh Müll aufsammelten. Was ihnen auffiel: Ausgerechnet an den Pendlerparkplätzen an der Almsloher Straße, da also, wo viele Fahrer halten, hätten etliche Flaschen gelegen, die einmal Hochprozentiges enthielten. Was die Fahrfähigkeit der Konsumenten angeht, „kann einem ja Angst und Bange werden“, meinte Stephan Tschirschnitz.

In Bookhorn wurden die fleißigen Sammler insbesondere an den Hängen der Autobahnbrücke am Brüninger Weg fündig. Am Ende habe der Unrat den Anhänger eines Treckers gefüllt, lautet ein Fazit von Carsten Busch von der Dorfgemeinschaft Bookhorn.

Im Bereich Schierbrok/Stenum, so berichtet Fritz Gillerke als zweiter Vorsitzender des dortigen Orts- und Heimatvereins, seien die Helfer mit schweren und auch mit leichten Fundobjekten zurückgekehrt. Zu den schweren Stüc- ken zählten zum Beispiel ein Gullydeckel und nicht verteilte Zeitungspakete, zu den leichten zwei Damenschlüpfer – „ohne Damen“, wie Gillerke ausdrücklich anmerkte.

Damenschlüpfer spielten am Sonntagnachmittag im Gasthaus Witte in Immer keine Rolle, als dort die Speelkoppel Bookholzberg letztmalig ihr Stück „De vermasselte Hochtiet“ aufführte (ovales Bild). „Eine ganz ausgezeichnete Saison“ sei damit ausgeklungen, mit dem Stück habe man eine gute Wahl getroffen, fand Helmut Loewenstein, der es in dem Lustspiel als Opa Rudi faustdick hinter den Ohren hatte. Zehn öffentliche Vorstellungen hatten die Darsteller absolviert, zweimal war der Saal so voll, dass Besucher wieder nach Hause geschickt werden mussten. Neben Loewenstein hatten Melanie Menge, Herta Drebing, Christiane Geßner-Thesing, Heike Schubert, Andreas Drebing, Hartmut Meier, Peter Mienert und Jürgen Temmen mitgewirkt. Übrigens: Einmal wird die Speelkoppel noch auftreten, allerdings vor geladenen Gästen: Für Sonntag, 15. April, hat der Heimatbund für niederdeutsche Kultur „De Spieker“ Vertreter verschiedener Speelkoppeln zu Backenköhler nach Stenum eingeladen. Gemeinsam mit Theaterpädagogin Gudrun Oeltjen-Hinrichs will man sich über das „Wie“ beim Schauspielern austauschen.