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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Premiere: Vom charmanten Mädchen mit schöner Stimme

10.11.2015

Oldenburg Es ist wie immer, wenn nur eine Schauspielerin ein komplettes Stück wuppen muss: Sie hat unendlich viel zu tun, muss rasend schnell von einer Rolle in die nächste schlüpfen und – in diesem Fall – auch noch zwischen Hoch- und Niederdeutsch hin- und herwechseln.

Unter diesen Voraussetzungen macht Siine Behrens, Gastschauspielerin aus Hamburg, einen super Job als „Aschenputtel“, das im Spielraum des Staatstheaters jetzt seine niederdeutsche Erstaufführung erlebte.

Wohl jedes Kind kennt das Märchen vom Aschenputtel. Alle Motive der Brüder Grimm finden sich bei der Premiere in Oldenburg wieder, neu verfasst von der Niederländerin Pamela Koevoets und weiter bearbeitet von dem Oldenburger Regisseur Michael Uhl. Cornelia Ehlers und Gesche Gloystein übersetzten zahlreiche Passagen ins Niederdeutsche.

Platt wird im „Aschenputtel“ als eine Art Geheimsprache eingesetzt, in der man sich herrlich etwas ausdenken und nachspielen kann. Und so handelt die Geschichte von einem Mädchen, dass seine Mutter beerdigen muss und an deren Grab weint, von einer giftigen Stiefmutter, von hochnäsigen Stiefschwestern und einem gut aussehenden Prinzen – alles wie gehabt. Und doch ganz anders.

Denn unser Aschenputtel ist eine ziemlich gewöhnliche Neunjährige, die gern laute Musik hört, dabei in der Sandkiste sitzt (Bühne: Beate Hennersdorf) und in einer angesagten Mädchenzeitschrift ihre Stars anhimmelt. Ruckzuck rupft sie die Poster aus der Mitte des Heftchens und klebt sie an die Gartenschaukel – und fertig sind die beiden Stiefschwestern, irgendwelche blonden Barbie-Schönheiten.

In die Stiefmutter verwandelt es sich spielend leicht mit roter Seidenklamotte im Haar, und als Prinz trägt man goldene Korsage auf dem Kopf. Der Narr ist eine grüne Gießkanne mit Röckchen, die Maus ein grauer Pompon, andere der wohl insgesamt zehn Figuren müssen ohne Requisiten auskommen, und deshalb weiß man als Zuschauer nicht immer gleich, wem Siine Behrens gerade ihre schöne Stimme und die überaus herrliche Gestik leiht. Der Sprachwechsel hilft da auch nicht weiter, weil bald jeder alles spricht und das nicht langsam.

Davon abgesehen führt Michael Uhl eine feine Handschrift bei seinem ersten Kinderstück im Staatstheater. Viele schöne Regieeinfälle geben der Darstellerin gute Vorlagen für ihr charmantes Spiel.


Alle NWZ -Kritiken unter:   www.nwzonline.de/premieren 
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