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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Philosophie: Vom Glück des Erinnerns

17.11.2016

Oldenburg Prominente Philosophen, aufstrebende Preisträger und lebhafte Diskussionen an der Oldenburger Universität: Da die Zukunft der Karl-Jaspers-Vorlesungen zu Fragen der Zeit noch ungeklärt ist, erinnerten die Initiatoren bei der letzten Auflage nach altem Format am Dienstagabend immer wieder an das Vergangene.

Ein Glücksmoment für die Professoren Reinhard Schulz, Rudolf zur Lippe und Johann Kreuzer. Zumindest wenn man den Worten des Schweizers Emil Angehrn glaubt, der in seinem Gastvortrag über das „Glück der Erinnerung“ sprach.

Doch mit dem Erinnern sei es so eine Sache, räumte der Schweizer Philosoph ein. Es könne auch zur Last werden, zumindest aber zwiespältig sein. Das gab auch Schulz, Geschäftsführer der Vorlesungsreihe, zu: „Es ist schon ein komisches Gefühl, hier vor Ihnen zu stehen und zu wissen, dass die Jaspers-Vorlesungen so nicht fortgesetzt werden.“

Schließlich ergriffen namhafte Denker wie Jürgen Habermas, Oskar Negt oder Peter Sloterdijk in den vergangenen Jahren hier das Wort. „Jaspers hat Oldenburg zu einem Ort des lebendigen Philosophierens gemacht“, gewährte Johann Kreuzer, Direktor des Instituts für Philosophie, Einblick in seine Erinnerung.

In der Gegenwart angekommen, hielt Kreuzer die Laudatio auf den diesjährigen Träger des Förderpreises, Dr. Marc Nicolas Sommer (Jahrgang 1981) aus Basel, der sich mit seiner Promotion über „Das Konzept einer negativen Dialektik. Adorno und Hegel“ große Anerkennung verdient hat.

Nach der Preisverleihung trat der Lehrer des Preisträgers, der 70 Jahre alte Emil Angehrn, ans Rednerpult und setzte sich philosophisch mit dem Erinnern auseinander. Der Mensch als zeitliches Wesen bedürfe der Erinnerung, um zu sich selbst zu finden – individuell und kulturell. Zwar habe die Erinnerung immer etwas Konservatives und drücke den Wunsch aus, das Vergängliche zu bewahren. „Sie ist aber keine Fixierung auf die Vergangenheit“, betonte Angehrn. Vielmehr finde der Mensch in einer glückenden Erinnerung zu sich, zum Sein in der Gegenwart. „Wir haben nur diese eine Wirklichkeit im Hier und Jetzt“, erinnerte der Philosoph abschließend an Karl Jaspers.

Der Blick richtete sich aber auch nach vorn. So werde die Veranstaltungsreihe, die künftig nicht mehr von der EWE-Stiftung gefördert wird, fortgesetzt, kündigte Uni-Vizepräsident Martin Holthaus in Vertretung von Präsident Hans Michael Piper an. Er prophezeite: „Die Jaspers-Vorlesungen werden eine große Zukunft haben.“

Das freute vor allem Rudolf zur Lippe, der die akademische Tradition im Jahr 1990 begründete. Die geplante thematische Öffnung über die philosophische Disziplin hinaus sei ganz in seinem Sinne, kommentierte er. „Dass wir miteinander reden können, macht uns zu Menschen“, mahnte Jaspers (1883–1969), die Verständigung in Gemeinschaft nicht abreißen zu lassen. Gerade in diesen Zeiten scheint es geboten, daran zu erinnern.

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