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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Vom großen Schmerz bis zum späten Triumph

30.08.2016

Bremen Die Arie „Di Tanti Palpiti“ der Titelheldin aus Rossinis Oper „Tancredi“ war gleich nach der Uraufführung 1813 ein Hit. „Reis-Arie“ wurde sie genannt und überall nachgesungen: Der Komponist hatte sie der Legende nach in gleich kurzer Zeit entworfen wie man Reis kocht. Da waren die begeisterten Zuhörer in der Bremer Glocke beim Musikfest jetzt auch gleich im Bild: Das konzertant zubereitete Mahl mundete prächtig.

Dabei war es um die Zutaten zunächst nicht gut bestellt. Die erkrankten Olga Peretyako und René Barbera fielen aus. Doch mit Patrizia Ciofi (Amenaide) und Mario Zeffiri (Argirio) kam hochkarätiger Ersatz. So war es ein Sängerensemble von allerhöchstem Rang.

Nach „La Cenerentola“ 2015 setzte Musikfest-Intendant Thomas Albert diesmal auf die erste ernste Oper des italienischen Komponisten. „Tancredi“ war gleich ein so genialer Wurf, dass Biografen das Werk für immer in die Reihe seiner Meisterwerke hoben. Dem Libretto ist der Erfolg sicher nicht zu verdanken. Die Liebesverwicklungen und die politischen Komplikationen sind schwer auf der Bühne umzusetzen. Insofern lenkt eine konzertante Version wie in Bremen nicht von der Musik ab, denn die ist großartig. Meisterlich agierten auch die Sänger, die nicht vom Blatt sangen, sondern miteinander agierten und so der Aufführung einen halbszenischen Charakter gaben.

Schon die Auftrittsarien von Argirio und Amenaide nahmen das Publikum gefangen. Und Marianna Pizzolato gelang es dann mit ihrem ersten Auftritt in der Titelrolle als Tancredi, das Publikum im Sturm zu erobern. Sie avancierte mit ihrem warmen Mezzosopran zum Star des Abends. Ihre volle, dunkel strömende Stimme drückt vom einfühlsamsten Pianissimo-Schmerz bis zu siegessicherem Triumphausbruch alle Facetten dieser Rolle aus.

Auch Patrizia Ciofi begeistert mit ihrer stimmtechnisch hochanspruchsvollen Partie als Amenaide. Mario Zeffiri, zu Beginn noch etwas angestrengt, gelingt es zunehmend, die Verzweiflung eines liebenden, hin- und hergerissenen Vaters spürbar zu machen.

Perfekt begleitet wurde das Ensemble von der Accademia Bizantina, einem Orchester, das sich auf italienische Musik des 17. und 18. Jahrhunderts konzentriert, unter der Leitung von Ottavio Dantone. Besonders zu erwähnen ist der Chor des Musikfestes Bremen, der sich blendend dem Charakter des Werks anpasste. So war es ein gelungener Rossini-Abend. Ein solches Format wird schwer wieder zu erreichen sein.


Infos unter:   www.musikfest-bremen.de 
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