Oldenburg - Moderne Kameras, die Arbeit mit aktuellen Computerprogrammen und viel technisches Zubehör: Amateurfilm als Hobby bringt eigentlich alles mit, um bei jungen Menschen gut anzukommen. Und doch sind die meisten der rund 50 Besucher der Niedersächsischen Autoren-Film-Festspiele (NAFF) am Sonntag im Stadthotel Eversten bereits im Ruhestand.
„Die jungen Leute nutzen Youtube und schauen auf die Klickzahlen“, meint Norbert Pollak. Der Oldenburger Video-Club „Flash Off“, dem er vorsteht, richtet die NAFF bereits zu dritten Mal aus. 18 Filme werden nicht anonymisiert im Internet, sondern direkt vor Ort von einer Jury begutachtet und vor aller Augen bewertet. Die Punktrichter, alles erfahrene Filmer aus anderen Filmclubs, sprechen dabei Kritik ganz offen an.
„Ich hätte gerne an der einen oder anderen Stelle gelacht“, sagt Rolf Böhling aus Bremen über eine Science-Fiction-Geschichte. Den Rasteder Klaus Werner haben bei einem Reisebericht aus Griechenland die unzähligen Namen von Klöstern überfordert.
Wer sauber arbeitet, bekommt allerdings auch Lob. Bei einer Dokumentation über Schweden gab es zum Beispiel Bilder zu sehen, die man selbst im Fernsehen noch nicht präsentiert bekommen habe, so die Jury.
Pollak tritt ebenfalls im Wettbewerb an. Bei seinem Spielfilm „Love minus Zero“ ist der Plot laut Jury stimmig. „Aber das tragische Ende ist schon vorhersehbar“, findet Wolfgang Cordes. Dem Filmer tue Kritik natürlich immer weh, gibt Pollak zu. „Aber dann schüttelt man sich zweimal und macht einen neuen Film.“
Dabei dürfe man sich, trotz aller technischer Möglichkeiten, nicht auf das Equipment verlassen. „Ein guter Film entsteht im Kopf“, so Pollak. Erfolgreich umgesetztes Kopfkino führt dann womöglich zu weiteren Wettbewerben, zum Beispiel dem Bundesfilmfest für Familie und Sport, das am 17. und 18. April ebenfalls in Oldenburg stattfindet.
Über die Ergebnisse der Niedersächsischen Autoren-Film-Festspiele wird die NWZ in einer ihrer nächsten Ausgaben berichten.
