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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Vom Plattdeutsch-Virus infiziert

13.03.2017

Oldenburg Wenn das Publikum eine Wortakrobatin glücklich macht und der Generalintendant des Oldenburgischen Staatstheaters ein plattdeutsches Schlaflied anstimmt, dann ist Festivalzeit. Mit einer kunterbunten, zweistündigen Gala im ausverkauften Kleinen Haus wurde am Freitagabend das sechste Plattart-Festival für niederdeutsche Kultur eröffnet.

Plattart soll Menschen mit dem Plattdeutsch-Virus infizieren. Die Festivalmacher von der Oldenburgischen Landschaft legten mit Smacht­happen die Basis dafür. Die servierten Appetithäppchen waren eine freundliche Aufforderung, bei der einen oder anderen Festivalveranstaltung bis zum 19. März noch mal nachzunehmen.

Es gibt viel zu sehen und zu erleben. Überraschungen sind garantiert dabei, so wie die Slam-Poetin Annika Blanke aus Leer. Die Wortakrobatin, eigentlich im Hochdeutschen zu Hause, rockte die Bühne mit feinsten plattdeutschen Versen über ostfriesische Eigenarten, neugierige Nachbarn und Dummköpfe, die Stimmung gegen Ausländer machen. Das Publikum war begeistert und machte die Rappelschnute glücklich.

Souverän und charmant führten Annie Heger und Werner Momsen durchs Programm. Die Hamburger Kultfigur, geführt von Puppenspieler Detlef Wutschik, amüsierte überdies mit Betrachtungen über Partyimbisse (Suppe im Reagenzglas) und Lichtschranken in öffentlichen Toiletten. Wat hefft wi lacht.

Zeit zur Besinnung gab es mit Tammo Poppinga von der Insel Juist. Seine Lieder waren Streicheleinheiten für die Seele. „Heel sinnig“ (besinnlich) trafen auch Insina Lüschen und Jens mit ihren niederdeutschen Schlafliedern den Nerv des Publikums.

Nerven wie Drahtseile musste Klaus aus dem Publikum beim Auftritt der Jongleure beweisen. Daniel Sprüngli und sein Partner, der für den erkrankten Dirk Meyer eingesprungen war, warfen ihm die Keulen mit Schweizer Präzision und norddeutscher Gelassenheit um die Ohren. Echt cooler Auftritt.

Nicht mehr wegzudenken im Plattart-Programm ist der Meckerkring. Der vor zwei Jahren gegründete Chor unter der Leitung von Insina Lüschen hatte diesmal nicht viel zu meckern, aber viel Spaß daran, dem Publikum Plattart schmackhaft zu machen.

Keine Gala ohne großes Finale. Zur Plattart-Tradition gehört dazu das Lied „Der Mond ist aufgegangen“, natürlich auf Plattdeutsch im Rudel gesungen. Allerdings war der Beamer ausgefallen, der den Text für alle lesbar auf die Leinwand projizieren sollte. Den einzigen verfügbaren Zettel mit dem Text bekam Christian Firmbach, Generalintendant des Oldenburgischen Staatstheaters, in die Hand gedrückt. Als Mitglied auf Zeit im Meckerkring machte er das Beste draus und gilt nun als infiziert.

Lore Timme-Hänsel
Redakteurin
Kulturredaktion
Tel:
0441 9988 2065

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