Schweiburg - „Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an; mit 66 Jahren, da hat man Spaß daran, mit 66 Jahren da kommt man erst in Schuss, mit 66 Jahren, ist noch lang nicht Schluss“: Den Songtext von Udo Jürgens wird so mancher Rentner mit Vergnügen mitgesungen haben. Allgemein passt er ganz gut, bei Reinhard Witte ganz besonders.
Der ehemalige Lehrer und Schulrat ist 66 Jahre jung, hat sein Motorrad wieder rausgeholt und schreibt und zeichnet neuerdings Comics, in dem „Zachholder genannt Zacho“ eine tragende Rolle spielt. „Zacho“ ist der Sohn der Kröte Stieselzach und ihres leider früh verstorbenen Mannes Fritz Unkenhold. Zacho hat in den bisher erschienenen Bänden „Zacholder genannt Zacho“ sowie „Neues von Zacho“ so einiges zu überstehen, zum Beispiel seinen Einschulungstag bei dem anscheinend nicht besonders beliebten Fräulein Brandt.
Witte kommt gebürtig aus Osnabrück, hat Biologie und Deutsch studiert, bis 1991 an der Realschule Varel unterrichtet und über Stationen als Schulrat und Dezernent in Aurich, Wilhelmshaven und Oldenburg das perfekte Udo-Jürgens-Alter erreicht und zeichnet nun in seinem Reethaus in Schweiburg Comics der besonderen Art. „Es sind balladeske Wimmel-Comics mit skurrilen Handlungssträngen und satirischen Fußangeln“, fasst Witte im NWZ -Gespräch zusammen.
Schon als Kind hat er sehr gerne gezeichnet. Die Liebe zum Dichten hat er wohl spätestens beim Germanistik-Studium entdeckt und weiterentwickelt. „Es ist schon sehr speziell, man muss um die Ecke denken, um Spaß an den Heften zu haben“, sagt der 66-Jährige, dem zu seinem Hobby ein Busch-Zitat einfällt: „Schnell kommt man an das Bildermalen, doch schwer an Leute dies’s bezahlen“. Unterdessen arbeitet Witte am seinem 3. Zacho-Werk, das erneut in einer Auflage von 200 Exemplaren erscheine wird. Der Titel: „Die Reise nach Istanbul“. Bestellungen nimmt der Autor unter
