Scharrel - Ab und an ist die plattdeutsche Aussprache noch nicht ganz korrekt. Souffleuse Maria Auts oder Heinrich Pörschke verbessern Tobias Janßen dann. Gerade ist Pörschke als Thies Paulsen in einer Probenszene dabei, Janßen zu engagieren. Denn als Killer Carlos soll er Paulsens Ehefrau Wienke (Marion Osterwick) umbringen. „Ich konnte vorher kein Plattdeutsch sprechen“, sagt Janßen. „Verstehen aber schon. Ich spreche die Wörter so aus, wie ich meine, dass sie richtig sind. Ansonsten berichtigen mich die anderen.“
Seit 2010 war Janßen bei der Theatergruppe „de Spälkoppel“ mit für die Technik zuständig. In diesem Jahr steht er zum ersten Mal als Laiendarsteller bei der plattdeutschen Kriminalkomödie „Well toeerst starvt“ selber mit auf der Bühne. „Ich wollte schon die ganze Zeit einmal mitspielen“, sagt der 22-Jährige. „Bisher war aber noch keine passende Rolle dabei.“ Das hat sich mit der Rolle als Killer Carlos geändert. Denn gerne habe er einmal den Bösewicht spielen wollen, so Janßen. An eine Hauptrolle, wie sie Pörschke hat, habe er sich noch nicht herangetraut.
In dem Stück will aber nicht nur Thies Paulsen seine Ehefrau umbringen, sondern auch sie ihn. Schuld ist ein Ehekrieg, bei dem die Fronten so verhärtet sind, dass die Ehepartner keine andere Lösung mehr wissen. So engagieren beide jeweils einen Killer. Der Zweite wird gespielt von Brigitte Oltmann. Bisher waren die beiden allerdings wenig erfolgreich als Mörder.
Bühnenerfahrung hat der 22-Jährige allerdings schon sammeln können. Zusammen mit der Spaßmachergruppe „Nonsens“ ist er schon bei Galaabenden des Sater-Ems-Carneval-Clubs (SECC) Scharrel aufgetreten. Die Gruppe nimmt unter anderem Dinge, die im Ort passiert sind sowie Bürger auf die Schippe und greift auch weltbekannte Geschehnisse auf.
Spaß würden ihm aber auch auf jeden Fall die Proben mit „de Spälkoppel“ machen. Und auch die plattdeutsche Aussprache wird immer besser. Ein wenig Zeit bleibt ja noch, um dies zu perfektionieren. Denn die Premiere ist am Samstag, 5. November, mit der Seniorenvorstellung um 14 Uhr im Bonifatiushaus Scharrel. Und bis dahin wird noch wöchentlich mehrmals geprobt.
