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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Festival: Vom Unbehagen an der Smartphone-Gegenwart

23.05.2017

Cannes Es sagt etwas aus, wenn über einen harmlosen Filmtitel wie „Happy End“ schon im Vorfeld in den sozialen Medien gewitzelt wird. Denn wer die Filme des in München geborenen Österreichers kennt, weiß, dass der Titel nur in die Irre führen kann. In Cannes ist Michael Haneke eine Legende – und bekannt für Filme, die das Gegenteil von Wohlfühlkino sind.

Für seine beiden letzten Werke, „Das weiße Band“ (2009) und „Liebe“ (2012), erhielt er die Goldene Palme. Kein Wunder also, dass für die versammelten Filmenthusiasten an der Croisette Hanekes neues Werk zu den am meisten und zugleich mit zwiespältigen Gefühlen erwarteten Filmen gehörte, angeheizt durch die Aussicht auf eine Sensation. Der 75-Jährige könnte der erste Regisseur in der Festivalgeschichte werden, der die Goldene Palme zum dritten Mal bekommt.

Eines kann man festhalten: „Happy End“ erfüllt die Erwartungen auf einen „Haneke-Film“ zur Gänze. In knapp gehaltenen Vignetten zeigt Haneke eine Familie, für deren Charakterisierung das Wort „dysfunktional“ noch zu gemütlich klingt.

Der 86-jährige Jean-Louis Trintignant verkörpert in einem großartigen Auftritt einen lebensmüden Patriarchen. Die berechnend wirkende Tochter (Isabelle Huppert) leitet das Familienbauunternehmen; der Sohn (Mathieu Kassovitz) ist Arzt, gerade mit einer neuen Frau noch einmal Vater geworden, und doch auf Sex-Chat im Internet unterwegs. In die gemeinsame bewohnte Villa zieht bald auch dessen Tochter aus erster Ehe, die zwölfjährige Eve (Fantine Harduin) mit ein, nachdem ihre Mutter sich mit Tabletten vergiftet hat.

Es ist ein Film, der Unwohlsein hinterlässt und doch durch seine Klarheit besticht, ein Film, der die Gegenwart aufs Korn nimmt – die erste lange Szene ist ein Smartphone-Video mit Textkommentar – und das tiefsitzende Unbehagen an ihr entlarvt.

Die ersten Reaktionen waren gespalten. Wie die Jury unter Vorsitz des Filmemachers Pedro Almodóvar ihn einschätzt, wird man an diesem Sonntag erfahren.


Infos:     www.festival-cannes.com 
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