NWZonline.de Nachrichten Kultur

Filmfest: Vom Versagen der Intellektuellen

26.05.2014

Cannes Ein gesellschaftskritischer Film aus der Türkei hat beim Festival von Cannes den Hauptpreis Goldene Palme gewonnen. In mehr als drei Stunden erzählt der Regisseur Nuri Bilge Ceylan in „Winter Sleep“ von tatenlosen Intellektuellen in seiner Heimat. Weitere Auszeichnungen gingen an die Italienerin Alice Rohrwacher, den kanadischen Filmemacher Xavier Dolan sowie die Schauspieler Julianne Moore und Timothy Spall.

Das Internationale Festival von Cannes gilt als wichtigstes Filmfest der Welt. Es ist die zweite Goldene Palme für einen Film aus der Türkei. 1982 gewann das Drama „Yol – Der Weg“ von Serif Gören und Yilmaz Güney den begehrten Hauptpreis.

Die deutsche Ko-Produktion „Winter Sleep“ des 55-jährigen Ceylan, der in Cannes für seine früheren Werke bereits wichtige Auszeichnungen gewonnen hat, spielt im ländlichen Kappadokien. Ein ehemaliger Theaterschauspieler, dessen Frau und seine geschiedene Schwester führen philosophische Debatten über Moral, über Richtig und Gut – können diese Theorien aber selbst nicht in die Praxis umsetzen.

Auch der mit der zweitwichtigsten Auszeichnung des Festivals – dem Großen Preis der Jury – geehrte Film übt Sozialkritik: „Le meraviglie“ der Italienerin Alice Rohrwacher handelt von einer Familie, die in Armut auf dem Land lebt und deren älteste Tochter von der Teilnahme an einer Reality-Fernsehshow träumt.

Der mit 25 Jahren jüngste Filmemacher im Wettbewerb, Xavier Dolan, war neben Ceylan als großer Favorit gehandelt worden. Für sein bildgewaltiges Mutter-Sohn-Drama „Mommy“, in dem er mutig mit den Kinokonventionen spielt, gab es den Preis der Jury. Dieser ging zu gleichen Teilen auch an das 3D-Experiment „Adieu au langage“ von Jean-Luc Godard, mit 83 Jahren der älteste Teilnehmer im Cannes-Wettbewerb 2014.

Als bester Schauspieler wurde der Brite Timothy Spall (bekannt als Zauberer Peter Pettigrew aus den Harry-Potter-Filmen) für seine Leistung in „Mr. Turner“ ausgezeichnet. In dem Werk von Mike Leigh gibt er den Maler J.M.W. Turner, einen führenden Vertreter der Romantik.

Die US-Amerikanerin Julianne Moore („The Hours“) gewann für ihre Rolle einer verzweifelten Aktrice in „Maps to the Stars“ von David Cronenberg die Trophäe als beste Schauspielerin.

Auch der deutsche Regisseur Wim Wenders wurde geehrt. Die Dokumentation „The Salt of the Earth“ über den brasilianischen Fotografen Sebastião Salgado gewann den Spezialpreis der Sektion Un Certain Regard.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.