Elsfleth - Eine Lesung im Gedenken an die Opfer der Novemberpogrome 1938 findet am Montag, 9. November, ab 19.30 Uhr im Schiffahrtsmuseum Unterweser, Haus Elsfleth (Weserstraße 14), im Rahmen der fünften Berner Bücherwochen statt.
Cornelia Josephs aus Oldenburg, Lehrerin an der Oberschule in Berne, und Reinhard Rakow, Initiator der Berner Bücherwochen, lesen in verteilten Rollen aus Ka-thrine Kressmann Taylors Briefroman „Empfänger unbekannt“ vor – in der Neuübersetzung von Heidi Zerning. Natalia Gvozdkova, Kantorin aus Berne, setzt in der Lesung musikalische Akzente mit dem Akkordeon.
Der Briefroman „Empfänger unbekannt“ – in alter Übersetzung noch „Adressat unbekannt“ – erschien erstmals 1938 in der September/Oktober-Ausgabe einer New Yorker Zeitschrift. Wegen der großen Nachfrage musste der Verlag das Heft mehrfach nachdrucken. 1939 erschien die Erzählung als Buch, 1944 wurde der Stoff sogar verfilmt.
Der Roman ist in Form eines Briefwechsels zwischen einem Deutschen und einem amerikanischen Juden in den Monaten um Hitlers Machtübernahme geschrieben. Der jüdische Geschäftsmann Eisenstein und sein arischer Partner Schulze betreiben eine außerordentlich gut gehende Kunstgalerie in San Francisco (Kalifornien). 1932 übersiedelt Schulze nach München und macht dort Karriere – auch bei den Nazis.
Die Autorin schildert die tragische Entwicklung einer Freundschaft und die Geschichte einer bitterbösen Rache. „Ich habe nie auf weniger Seiten ein größeres Drama gelesen“, schreibt Elke Heidenreich in einem Nachwort. Und weiter: „Diese Geschichte ist meisterhaft, sie ist mit unübertrefflicher Spannung gebaut, in irritierender Kürze, kein Wort zu viel, keines fehlt. ... Nie wurde das zersetzende Gift des Nationalsozialismus eindringlicher beschrieben.“
Alle Interessierten sind zu der Lesung herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei. Mit Blick auf das Platzangebot sind Voranmeldungen willkommen bei Reinhard Rakow (
