Ganderkesee - „Wie können wir möglichst viele Menschen erreichen?“ – Vor dieser Frage steht alle sechs Monate das Team, das bei der regioVHS Ganderkesee-Hude das Semesterprogramm plant. Inhalte sind das eine, Marketing das andere. Zum ersten Mal belohnt die Volkshochschule in diesem Jahr Kunden, die Neukunden werben. Wer einen neuen Teilnehmer (mindestens vier Semester kein Kunde) zu einem Kursus mitbringt, erhält selbst eine Ermäßigung von 10 Euro auf die Teilnahmegebühr.
Für die Inhalte des mehr als 150 Seiten starken Programmhefts spricht, dass seit Freischaltung der Online-Anmeldemöglichkeit am 19. Dezember bei der Vorstellung der neuen Kurse am Dienstag bereits fast 2200 Anmeldungen eingegangen sind – mehr als doppelt so viele wie in anderen Jahren um diese Zeit seien das, so regioVHS-Direktor Rolf Schütze.
Was steckt drin im neuen Heft? – Für Schütze eines der „Highlights“: Der Vortrag von Polarforscher Arved Fuchs am 19. März. Eine Finanzspritze der Klimaschutzmanager Lars Gremlowski (Gemeinde Ganderkesee) und Manuela Schöne (Landkreis Oldenburg) mache es möglich, den Eintritt für die Zuhörer deutlich zu senken, so Schütze. Ebenfalls begehrt sein dürften die neuen Studienreisen. Unter anderem geht es unter der Leitung von Harald Menkens, der das Land oft bereist hat, nach Südafrika.
Einen Überblick über die Gesundheitsangebote gab Programmbereichsleiterin und Gleichstellungsbeauftragte Deike Becker. Zusätzliche Kurse würden in den begehrten Bereichen Aquafitness und Yoga angeboten, berichtete sie. Letzteres erstmals auch als reiner Männer-Kursus. Ebenfalls nur an Männer richtet sich ein Seminar des Polizeibeamten Andres Herten, der bei der VHS seit Längerem Selbstverteidigungskurse für Frauen anbietet. Unter dem Titel „Schau nicht weg! Zivilcourage für Männer ab 16 Jahre“ soll nun auch diese Zielgruppe darin bestärkt werden, im Notfall einzuschreiten.
Becker wies ferner auf Angebote zur Lernförderung im Rahmen des Bildungs- und Teilhabepakets hin, die bereits sehr erfolgreich unter anderem von Kindern aus Flüchtlingsfamilien genutzt werde. „Zu 90 Prozent handelt es sich um Einzelförderung“, so Deike Becker.
Auch bei den Kreativangeboten gibt es einige Neuerungen. Hier nannte Deike Becker als Beispiel einen Abend, an dem die Teilnehmer in die Grundkenntnisse des Musizierens auf der irischen Rahmentrommel Bodhrán eingewiesen werden.
Für den Kulturbereich berichteten Dr. Wiebke Steinmetz und Hardy Merchel von einer Fortführung der beliebten Reihen. In der Kleinkunstreihe wird es für Stammzuschauer ein Wiedersehen mit dem Duo „Die bösen Schwestern“ und Puppenspieler Detlef Wutschik alias Werner Momsen geben. Erstmals dabei sind indes Katie Freudenschuss und Frank Sauer.
Von einem enormen Wandel in ihrem Programmbereich berichtete Doris Hanken, bei der VHS zuständig für EDV, berufliche Bildung sowie Frauen & Wirtschaft. „Es geht immer mehr um digitale Welten und Vernetzung“, sagte sie. Dem trage unter anderem ein Seminar Rechnung, in dem es um die Frage gehe, „Wie viel TV, Internet, Smartphone usw. tut uns gut?“ Dafür könne Bildungsurlaub eingereicht werden. Überhaupt enthält das neue Programm mehr Angebote für Bildungsurlaub als seine Vorgänger. Im Gesundheitsbereich habe es zuletzt sogar Wartelisten gegeben, sagte Deike Becker.
