Regenschirme hätten bei der ursprünglich vorgesehenen Vorstellung nicht ausgereicht. Weil es wie aus Eimern schüttete, musste die Speelkoppel Hoyerswege ihre Aufführung am 24. Juni ausfallen lassen. Bei den beiden Ersatzterminen waren zum Glück bestenfalls Sonnenschirme erforderlich. So sorgte am Sonnabend die Abendsonne für eine zauberhafte Beleuchtung, als die Hoyersweger auf dem Hof Poetzsch auftraten – mit der Kindergruppe im „Vorprogramm“. Bratwurst- und Bierstand waren vor Theaterbeginn und in den Pausen gut frequentiert. Und auch den einen oder anderen Sektkorken konnte man knallen hören. Am Sonntagnachmittag gab es ein großen Kuchenbüfett. „Alles frisch gebacken“, wie Speelkoppel-Chef Herwig Kunst versicherte. Die Kuchenproduktion der vergangenen Woche sei anderweitig verwertet worden.

Um Verpflegung in fester und flüssiger Form kümmert sich wieder Patrick Marg-Frese auf dem Campingplatz am Falkensteinsee. Wer noch den alten Kiosk kennt, wird von den Veränderungen überrascht sein: Kernsanierung vom Fußboden bis zum Dach sei gemacht worden, berichtete der Pächter des neu entstandenen Bistros. Eine großzügige Terrasse direkt am See lädt zum Verweilen ein. In der neuen Küche können auch kleine Speisen zubereitet werden, sagte Marg-Frese am Sonnabend bei der offiziellen Eröffnung. Das Bistro ist bis Oktober täglich von 10 bis 12 Uhr für den Brötchendienst und anschließend von 12 bis 21 Uhr geöffnet – an Wochenenden durchgehend. Nicht nur Camper, sondern auch andere Erholungssuchende seien stets willkommen.

Erholung war nicht das, was die Besucherinnen und Besucher des zweiten Bookholzberger Bergfestes suchten. Sie suchten Spaß – und hatten reichlich Gelegenheit, sich im Gedränge auf der Tanzfläche näher zu kommen. Den Startschuss hatte die stellvertretende Bürgermeisterin Christel Zießler am Freitagabend mit dem großen Holzhammer gegeben. Im Beisein des Vereinsvorsitzenden Wilfried Samtleben, seines Stellvertreters Volker Rüdebusch und von Organisator Marco Bardeck holte die aktive Schützin aus Falkenburg zum Fassanstich aus.

Auch wenn das Kind jetzt Bergfest heißt und damit einen anderen Namen hat: Bei jedem Schützenfest ist die Proklamation des Königshauses der Höhepunkt. Die Bookholzberger Thronbesteigung fand in weiser Voraussicht im Zelt statt. So ging der sintflutartige Regen an der Zeremonie nahezu spurlos vorbei. Und auch die Vereinsmitglieder, die speziell geehrt wurden, blieben trocken. Für 25-jährige Mitgliedschaft wurden Armin Kramer, Enno Müller-Bollenhagen, Frank Pieles und Hubert Pieles geehrt. 40 Jahre dabei sind Klaus Büsing, Herta Pfeifer und Hans-Hermann Raschen. Und die außergewöhnliche Zahl von 70 Mitgliedsjahren hat Heinz Ohlebusch vorzuweisen, dem im Festzelt ausdrücklich für das langjährige große Engagement im und für den Verein gedankt wurde.

Noch nicht ganz so lange, aber immerhin auch schon ein halbes Jahrhundert lang gehört Klaus Bernett dem Schützenverein Hengsterholz-Havekost an. Er wurde am Sonntagabend im Rahmen der Königsproklamation ebenso geehrt wie Ex-Hauptmann Manfred Dahl und der Ex-Oberschießmeister, Vizekönig Heinz Paul. Auf 25-jährige Mitgliedschaft kann zudem Rainer Saalfeld zurückblicken.

Alter ist weniger ein Zustand als eine innere Einstellung. Das dokumentiert Thela Birx mit ihrem Hobby. Die Falkenburgerin nimmt seit einem Jahr Klavierunterricht bei Debra Kühl-McGregor, die in der Nachbarschaft wohnt. Am Sonnabend hatte Thela Birx ihren ersten öffentlichen Auftritt beim einem kleinen Konzert von Schülern der Musiklehrerin. Sie war ein wenig aufgeregt – trotz ihrer 77 Jahre.  

Ebenfalls seit einigen Jahren im Rentenalter ist Herbert Janning, in der Szene nur „Düsen-Opa“ genannt. Der Modellflieger hat schon vor Jahren seine Leidenschaft für Düsenjäger entdeckt. Er gehört zu den Pionieren der Ganderkeseer Jet-Flugtage und war natürlich auch am Wochenende wieder dabei. Allerdings mit unerfreulichem Ausgang: Sein Starfighter F 104 legte gleich zum Auftakt am Sonnabendvormittag eine Bruchlandung hin. Zwar wurde nur der Tank beschädigt, aber an einen zweiten Start war nicht zu denken. „Dann müsste ich die ganze Nacht durcharbeiten.“ Ehefrau Renate Janning, beim Besuch von Flugschauen meistens an seiner Seite, war froh, dass die Nachtruhe nicht gefährdet war. „Düsen-Opa“ indes war traurig, dass sein Modell es den großen Vorbildern nachgemacht hatte. „Nach 260 problemlosen Flügen ist das schade“, meinte Janning.

Ebenfalls viele Flüge auf dem Buckel beziehungsweise Rumpf hat der Airbus A 330-300, den Norbert Rauch vor 19 Jahren selbst gebaut hat. Der Hobby-Pilot aus dem nordrhein-westfälischen Willich nahm bereits zum dritten Mal an den Jet-Flugtagen in Ganderkesee teil. Im Gegensatz zu anderen Teilnehmern hatte er nur ein Modell dabei – aus guten Gründen: Die abmontierten Tragflächen füllen das Auto ganz aus, der vier Meter lange Rumpf kann nur auf dem Dach transportiert werden.

Nicht nur auf dem Flugplatz herrschte am Wochenende Hochbetrieb, auch in der Begegnungsstätte der Arbeiterwohlfahrt am Brüninger Weg war es sehr voll. „Mit 52 Gästen sind wir total ausgebucht“, freute sich AWo-Chefin Heide Heidmann über die große Resonanz – und über das schöne Wetter. Das erlaubte es, einige Aktivitäten am Nachmittag in den Garten zu verlegen. Die Kaffeetafel wurde vom Spielmannszug Ganderkesee und von Horst Berger mit seinem Akkordeon musikalisch untermalt. Und am Abend wartete eine zünftige bayerische Brotzeit mit Weißwurst, Leberkäse und Laugenbretzel auf die Besucherinnen und Besucher.

„Very British“ ging es am Wochenende dagegen beim großen Springturnier des Reitervereins Grüppenbühren zu. Dort wurde unter dem Motto „London Calling – Grüppenbühren goes Britain“ ein kleiner Vorgeschmack auf die Olympischen Spiele geboten. Am Rande des Parcours ließen es sich Aktive und Zuschauer bei „Chicken Curry“ und herb-fruchtigen Cocktails im Ascot-Stil gut gehen. Eine ganz reale Reise nach London antreten wird in Kürze nicht nur die Bergedorfer Vielseitigkeitsreiterin Sandra Auffarth, die in Grüppenbühren ihre Nachwuchspferde vorstellte, sondern auch Vanessa Hein. Die Ganderkeseerin durfte am Sonnabendabend den Tombola-Hauptgewinn in Empfang nehmen – ein verlängertes Wochenende für zwei Personen in London inklusive Flug und Hotelaufenthalt. Zwei Werder-VIP-Tickets gewann Janko Siegert (Ganderkesee), ein Jugend-Mountainbike durfte Kell Hoffmann (Bookholzberg) mit nach Hause nehmen – und eine Digitalkamera erhielt Jasmin Gottemeyer (Stuhr).