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Publikation Von brenzliger Situation inspiriert

Sonja Klanke

Hoykenkamp - Diese Klippe wäre ihm beinahe zum Verhängnis geworden: Erwin Plachetka spazierte mit seiner Frau Leena im französischen Crozon-Morgat an einem Abhang entlang, als der Hoykenkamper plötzlich abrutschte und beinahe ins Meer stürzte. Während sich Erwin Plachetka noch retten konnte, geht es für die Verfolger in seinem neuen Roman an dieser Stelle schlechter aus.

Kampf ums Leben

„Rattenerbe“ ist der achte eigene Roman des gebürtigen Delmenhorsters: Eine Testamentseröffnung stürzt den 66-jährigen Hamburger Rentner Hans Lehmann in ein moralisches Dilemma. Er erfährt, dass sein totgeglaubter Vater, ein ehemaliger SS-Offizier, nach Kriegsende über die sogenannte „Rattenlinie“ nach Argentinien geflüchtet ist. Dort hat er mit seiner Rinderzucht ein Vermögen erwirtschaftet. 250 000 Euro will er seinem Sohn vermachen. Allerdings gibt es einige Bedingungen: So soll sich der Rentner unter anderem einer rechtsextremen Organisation anschließen, andernfalls erhält diese die Viertelmillion. Hans Lehmann will mit den Neonazis nichts zu tun haben, ihnen aber auch nicht das Geld überlassen. Der Kampf um das Erbe wird zu einem Kampf um sein Leben.

An „Rattenerbe“ hat Erwin Plachetka neun Jahre gearbeitet – allerdings mit vielen Pausen. Die Idee entstand 2008 im Herbsturlaub im italienischen Alassio. Den überwiegenden Teil des Romans schrieb er während folgender Urlaubsreisen. „Zuhause fällt immer andere Arbeit an“, erzählt der 68-Jährige. Zudem bedurfte der Roman einiger Recherchen. So informierte er sich bei einem Anwalt über Erbrecht, recherchierte zum Thema „Rattenlinie“ – der Fluchtweg der Nazis – und besuchte die Handlungsorte. Die Handlung ist fiktiv, allerdings sei seine Mutter in erster Ehe tatsächlich mit einem Wehrmachtsoffizier verheiratet gewesen, der im Zweiten Weltkrieg gefallen sei.

Fürs Schreiben hat sich Erwin Plachetka schon früh begeistert: „Ich hatte einen wirklich guten Deutschlehrer, obwohl wir nicht die besten Freunde waren“, erinnert sich der Autor und lacht. Bereits mit 15 Jahren schrieb er die ersten Gedichte, mit 19 veröffentlichte er eines davon. Zahlreiche Gedichte und Erzählungen folgten. Seinen ersten Roman schrieb er 1970, der blieb allerdings unveröffentlicht. „Da hat sich keiner für interessiert“, sagt der Hoykenkamper – auch ein Grund, warum er 1985 selbst den Epla-Verlag gründete. Mit dem publizierte er dann 1994 seinen ersten öffentlichen Roman „RATATATA oder Kratschmanian – wehe wenn der Winter kommt“.

Kein Happy-End

236 Bücher hat Erwin Plachetka bereits verlegt. Sein neustes eigenes Werk zählt jedoch nicht dazu. „Rattenerbe“ ist im Twentysix-Verlag erschienen, eine Kooperation von „Books On Demand“ und Random House. „Ich wollte noch mal testen, was andere Verlage zu bieten haben“, sagt Plachetka. Und „Rattenerbe“ wird nicht sein letztes Werk gewesen, sein. Derzeit arbeitet er an Band 4 seiner Krimireihe um den Bremer Privatdetektiv Plotzke.

Übrigens: Ob sich der Protagonist am Ende über das Geld freuen kann oder nicht, verrät der Autor im Vorfeld nicht, nur so viel: „Es gibt kein Happy-End im eigentlichen Sinne.“

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