Zetel - Als Pastorin Sabine Indorf im Jahr 2012 in Zetel war, um sich als Pfarrerin der Gemeinde zu bewerben, war der Friedhof für sie kein schöner Anblick. „Da war nur Sand und schwarze Erde. Der Boden ist so schlecht, da wächst von alleine nichts außer ein bisschen Unkraut“, sagt sie. Heute sieht der Friedhof ganz anders aus: wie eine grüne Wiese. „Das hinzubekommen war aber sehr aufwendig“, sagt Detlef Kant vom Friedhofsausschuss.

Mit Versuchsfeldern haben die Mitglieder des Friedhofsausschusses herausgefunden, wie sie es schaffen können, dass auf der Erde Gras wächst: Sie haben tonnenweise Kompost anfahren und damit den Boden veredeln lassen. Mit aufwendiger Pflege und Geduld ist es gelungen. „Jetzt ist der Friedhof ansprechend grün. Natürlich braucht der Rasen weiter eine intensive Betreuung“, sagt Pastorin Sabine Indorf. Doch der Aufwand habe sich gelohnt. Detlef Kant sagt: „Wir werden oft darauf angesprochen, dass der Friedhof jetzt viel schöner ist als vorher. Das ist eine Anerkennung unserer Arbeit.“

Der Friedhof sei nicht nur grüner, sondern auch strukturierter. Und darauf wollen die Verantwortlichen weiter hinarbeiten: Der Friedhof, auf dem sich neben „üblichen“ Grabstellen Familiengräber, Rasenfelder mit Namensplatten und Urnengräber befinden, soll geordnet gestaltet werden. „Wir haben Interesse daran, dass der Friedhof Gestalt annimmt“, sagt Bernd Fahrenhorst vom Friedhofsausschuss. Neben ihm, Detlef Kant und Sabine Indorf gehören Ralf Hilbers und Ina Tebben zum Ausschuss.

Der Friedhof an der Bohlenberger Straße, auf dem Menschen aller Konfessionen und auch konfessionslose bestattet werden – weil es keinen kommunalen Friedhof gibt – muss sich finanziell selbst tragen, ebenso wie der Kirchhof an der St.-Martins-Kirche. Das bedeutet, dass keine Haushaltsmittel der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde in die Friedhöfe fließen dürfen. Finanziert wird die Pflege und Gestaltung der Friedhöfe vor allem mit den Gebühren. Allerdings bleibe kein Geld mehr, um die jahrhundertealten Grabsteine auf dem Kirchhof restaurieren zu lassen. „Das ist sehr schade, das ist ein Kulturschatz, der verloren geht. Diese Grabsteine erzählen ganze Lebens- und Familiengeschichten“, sagt Sabine Indorf. Sie wäre Sponsoren dankbar, die die Restauration der historischen Grabsteine unterstützen wollen.

Sandra Binkenstein
Sandra Binkenstein Thementeam Soziales