Dreizehn Schuljahre sind vorbei. Der Endspurt läuft, man nennt das auch Abitur. Die Schüler haben jetzt alle Hände voll zu tun. An erster Stelle steht das Lernen für die Klausuren und die mündliche Prüfung. Nebenbei werden noch Abischerz, Abizeitung und dergleichen vorbereitet.
Ein freiwilliges soziales Jahr, Zivildienst im In- oder Ausland, Bundeswehr, Ausbildungsplatz oder direkt ins Studium, so hören sich die Pläne der jungen Erwachsenen an. Eine aufregende und anstrengende Zeit.
Wenn der Wohnort gewechselt werden muss, ist es zugleich auch der erste richtige Schritt in die Selbstständigkeit. Die „Kinder“ verlassen das Nest und werden flügge. Manchen ist dabei ein wenig mulmig, nicht nur, weil man sich von den Eltern trennen muss, auch der tägliche Kontakt mit den Freunden ist nicht mehr so leicht möglich. Die schwierigste Frage ist wohl, welchen Beruf man ergreifen soll.
Unsere Kinder sind mit schlechten Prognosen groß geworden. Bei der Berufsberatung wurde darauf hingewiesen, dass sie nicht davon ausgehen können, den einmal erlernten Beruf auch ein Leben lang ausüben zu können. Da war die Rede von Flexibilität, Mobilität, Eigeninitiative, ständige Bereitschaft zur Weiterbildung und so weiter. Seien Sie mal ehrlich, macht das einem jungem Menschen Mut, den eigenen Weg zu gehen?
„Wenn Du ein Schiff bauen willst, so trommle nicht Männer zusammen, um Holz zu beschaffen, Werkzeuge vorzubereiten, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die Männer die Sehnsucht nach dem weiten endlosen Meer.“ So lautet ein Zitat von Antoine de Saint-Exupery.
Für mich ist dies der richtige Weg, Spaß und Freude am Beruf zu wecken. Neugierig machen auf das Berufsleben, die Tätigkeit und die Menschen, die es mit sich bringen wird. Vor allen Berufsanfängern liegt noch ein langer Weg. Wir sollten ihnen helfen, die Route zu finden und Kurs zu halten. Steine liegen schon genug im Weg. Ich wünsche allen Abiturienten Mut, den eigenen Weg zu finden und zu gehen.
