Wie aus dem Ei gepellt erschien Yared Dibaba am Sonntagabend auf der Bühne im Gasthof Witte: Weiße Hose, weißes Jacket, dazu das dezent geblümte Hemd – auch modisch machte der Fernsehmoderator beim Faschingsstart in Immer eine ausgesprochen gute Figur. Das hatte er der Wirtsfamilie Aulike zu verdanken, die dem Überraschungsgast aus Hamburg noch schnell mit Bügelbrett und Bügeleisen aushalf. Dibaba hatte eigens darum gebeten, er wolle auf jeden Fall vor dem Auftritt noch seine Garderobe bügeln, ließ er auf der Anfahrt übermitteln.

Wer so picobello an seiner äußeren Erscheinung arbeitet, kommt natürlich besonders gut bei den Mädels an. Vor allem die rotblaue Garde schien ausgesprochen verzückt zu sein von dem attraktiven Entertainer, den die Nordwest-Zeitung für die Auftaktveranstaltung der GGV verpflichtet hatte. NWZ -Mediaberater Jörg Rabenberg stellte den Kontakt her, er ist seit gemeinsamen Kindertagen ein guter Freund Dibabas, der in Falkenburg aufwuchs. Und damit war er bei Moderator Dirk Wieting genau an den richtigen geraten: Der bezeichnete sich ausdrücklich als Habbrügger und ließ anklingen, dass es da eine gewisse Rivalität zwischen den beiden Orten gibt, die ja im Grunde einer sind.

Trotzdem wollen Wieting und Dibaba in einem Jahr gemeinsame Sache machen: Für den November 2008 ist in Ganderkesee eine Plattdeutsche Woche geplant, und Dirk Wieting als Mitglied der Niederdeutschen Bühne Delmenhorst soll dabei eine in jeder Hinsicht gewichtige Rolle übernehmen. Das macht er gern, aber auch TV-Plattdeutsch-Experte Yared Dibaba will mitmachen, wenn sein Terminkalender es erlaubt. Auf die Frage, welche Rolle er spielen möchte, sagte der Gast spontan: Dirk Wieting – und der solle doch umgekehrt als Dibaba auftreten. „Du musst Dir nur eine Glatze rasieren“, meinte der Hamburger zum Habbrügger, „und den Bauch kannst Du bis dahin noch abtrainieren“.

Ausgesprochen gut geschlagen hatte sich Wieting aber vorher in der Sambagruppe aus Oldenburg, die mit brasilianischen Karnevals-Klängen das Programm auf der Bühne eröffnet hatte. Bei einer Samba-Einlage machte der wuchtige Moderator zwischen den grazilen Tänzerinnen eine ansehnliche Figur – statt der geplanten zehn Sekunden ließ er sich denn auch eine gute Minute zum Arm-, Brust- und Hüftwackeln hinreißen.

Für Verwicklungen sorgte in Immer die Frage, wo die Samba-Damen sich umziehen können. Der Gedanke, sie in der benachbarten Turnhalle einzuquartieren, wurde schnell verworfen: Von dort hätten sie bauch- und schulterfrei durch den nasskalten Novemberabend zur Bühne hasten müssen. Also wurde die Witte'sche Kegelbahn kurzerhand vom Büttenabend-Team Rebecca Koshbin, Claudia Thomann und Gerrit Meyer mit spanischen Wänden zugestellt. So war kein Stück Haut mehr zu sehen beim Umziehen. Vielleicht ergibt sich aber eine bessere Gelegenheit beim ersten Büttenabend am 18. Januar. Dann ist die Samba-Truppe – sogar in großer Besetzung – noch einmal in Ganderkesee zu sehen.

Etwas mehr auf der Haut als die reizenden Tänzerinnen hatten jene fünf Damen, die sich für eine kleine Einlage auf der Bühne in Immer aufstellten: Sie trugen Prinzessinnen-Gewänder, die von „Hofschneiderin“ Bärbel Lüdeke in den drei Jahrzehnten ihres Schaffens angefertigt worden waren. Lüdeke musste nun erraten, aus welchem Jahr die Roben waren und welche Prinzessin darin gut ausgesehen hatte. Sie wusste sie noch alle: Cynthia Tautz (2001), Brigitte Ewald (1984), Christine Petershagen (1994), Brigitte Maß (1975) und Ute Stolle (1986) hatten die Kleider gehört. Sieben auf einen Streich ist für Schneider bekanntlich der Rekord. Aber fünf auf einen Streich zu erkennen ist auch nicht schlecht.

Auch Gernot Ganter hatte sich am Sonntag natürlich ins Getümmel gestürzt. Auf dem Ganter-Tach hatte der NWZ -Ganter natürlich vor allem ein Ziel: seine Artgenossen aus Polyester auf dem Friedrich-Bultmann-Platz. Besonders angetan hatte es auch ihm sein neuer NWZ -Kumpel – der Medien-Ganter von Hartmut Berlinicke. Nur mit dem Hören der CDs, aus denen der Wildeshauser Künstler das Gefieder gestaltet hatte, wollte es beim besten Willen nicht klappen. Und da ein Faschingsbegeisterter Ganter am 11.11. natürlich nicht zivil rumlaufen kann, hatte auch Gernot in der Kostümkiste gewühlt: gefunden hat er allerdings nur die Cowboyweste vom Vorjahr und eine Perücke. Höchste Zeit, sich nach was Neuem umzuschauen.

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