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Ruhestand „Von Hundert runter auf Null“

Tonia Marie Hysky

Elsfleth - „Es ist manchmal ein komisches Gefühl, man denkt, dass man noch ein paar Hefte zu korrigieren hat“, berichtet Karl-Heinz Pauli-Erythropel im Gespräch mit der NWZ . Der 66-Jährige aus Elsfleth hat 14 Jahre lang die heutige Oberschule Berne geleitet, seine Frau Eda Erythropel war 25 Jahre lang Lehrkraft an der Schule.

Eda Erythropel war im Sommer 2015 in Ruhestand gegangen, sie hatte gerade eine 10. Klasse abgegeben. „Das passte ganz gut“, erzählt sie.

Gemeinsam mit ihr verabschiedete sich dann auch ihr Mann aus dem Arbeitsalltag – und nun genießen beide, wie sie sagen „völlige Freiheit“. Nach der neugewonnen Freiheit ging es sogleich auf Reisen, mit dem Wohnmobil nach Italien.

„Es ist eine witzige Erfahrung, so von Hundert auf Null runter zuschalten“, sagt Pauli-Erythropel und schmunzelt. Seine Frau kann ihm nur zustimmen; aber „Lehrer sein legt man nie ab“, weiß die 64-Jährige.

Alte Gewohnheiten

Eines habe er sich noch nicht ganz abgewöhnen können, fügt ihr Mann hinzu: das frühe Aufstehen. Sonntagabends, erzählt er, denke man oft noch nach, ob nicht irgendetwas vorzubereiten sei. „Es dauert noch etwas, bis man die alten Gewohnheiten abgelegt hat“, erklärt Eda Erythropel.

Langeweile kommt bei den nun ehemaligen Lehrerin nicht auf; es gebe ja immer etwas zu tun, weiß Eda Erythropel. „Wir haben eine Liste mit Dingen, die noch zu tun sind, aber dafür ist viel Zeit.“

Leider erinnere man sich meist nicht an die schönen Dinge im Berufsalltag, erklärt ihr Mann. „Dagegen kommen einem oft die Situationen in den Kopf, die vielleicht nicht so gut gelaufen sind.“ Stolz ist er auf die gute Team-Arbeit, die das Ganztagssystem an der Berner Oberschule möglich gemacht hatte. „Das war schon ein Segen für Berne, wir haben gut im Team gearbeitet.“

Zeit für Reisen

Vor kurzem erst ist das Ehepaar von einer Kanada-Reise heimgekehrt, im Sommer soll es nach Island gehen. „Ich würde gerne mal auf Islandpferden reiten“, sagt Eda Erythropel. Diesen Traum kann sie sich nun erfüllen.

Durch das Comeniusprojekt an der Schule haben beide viele Freundschaften zu Lehrern geschlossen – in Schweden, Sizilien oder Schottland.

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