Das närrische Fieber greift so langsam um sich in Ganderkesee: Immer mehr werden infiziert – und die Aktiven der Büttenabende sind es längst, schließlich bereiten sie sich seit Wochen auf ihren Auftritt vor. So auch die Jungs von der Gute-Laune-Kapelle „Querbeat“: Wie es sich gehört, wollen sie über ihre Bühnen–Nummer noch nicht viel verraten, doch wer genau hinschaut, kann zumindest die Richtung erraten. Es werden wohl maritime Rhythmen zu hören sein, denn Gitarrist Torge Kublank läuft schon seit Tagen mit einem Matrosen-Tattoo unterm Ärmel herum. Seine Band-Kollegen Thomas Fleischer, Oliver Grube, Stefan Keller und Dirk Brinkmann haben es ihm bei der letzten Probe bereits aufgemalt – Hauptsache, das Kunstwerk hält bis zum ersten Büttenabend an diesem Freitag.
Nächsten Freitag sind auch die Schauspieler der Speelkoppel Bookholzberg wieder gefordert: Dann führen sie im einzigen Theater des Landkreises, auf der Bühne Neerstedt, ihr aktuelles Stück „De Akte Hannibal“ auf – hoffentlich, muss man sagen, denn im vergangenen Jahr mussten Auftritte in Neerstedt zweimal aus Krankheitsgründen kurzfristig abgesagt werden. Am Sonntag jedenfalls waren alle kerngesund – sehr zur Freude der knapp 40 Zuschauer, die sich über die „Akte Hannibal“ im Hof Hoyerswege amüsierten. Besonders gut lachen hatten die Besucher Dieter Coldewey und Friedhelm Mahlstedt: Sie wurden von Helmut Loewenstein und Peter Mienert als Gewinner einer Verlosung ermittelt und bekamen den Eintrittspreis erstattet.
Ebenfalls als Gewinner fühlen durften sich am Sonntag Regina Berger und Peter Haun: Die beiden Ganderkeseer wurden bei der alljährlichen Kohltour des Ortsverbandes der Arbeiterwohlfahrt (AWo) zum neuen Kohlkönigs-Paar gekrönt. Peter Haun schaffte die Majestäten-Würde gleich im ersten Anlauf, denn er ist erst vor zwei Jahren von Zweibrücken (Pfalz) nach Ganderkesee gezogen und wurde bei der AWo schnell heimisch. Grünkohl kannte er als Süddeutscher vorher zwar nicht, aber er mag ihn, „wenn man genügend Senf dazu gibt“. Auch ohne Mostrich geschmeckt hats den meisten anderen der insgesamt 42 AWo-Mitglieder im Oldenburger Hof. Und zum Dessert wurde ihnen auch noch ein Ohrenschmaus serviert: Der Barbershop-Chor „The Fog-Horns“ gab einige Lieder zum Besten. Zu den Heimorgelklängen von Heinz Pranke bestand hinterher noch lange Gelegenheit, die mit so viel Appetit erworbenen Kalorien wieder „abzutanzen“.
Einen sinnlichen Genuss ganz anderer Art bietet eine Ausstellung in der Artothek Oldenburg, Peterstraße 1. Dort werden bis zum 10. März die Neuerwerbungen aus Malerei, Grafik und Fotografie ausgestellt. Zu sehen ist auch ein Bild der Ganderkeseer Künstlerin Bärbel Woitas. Das 70 mal 100 Zentimeter große Werk „Rondell“ hat Dr. Sabine Isensee, Leiterin Bildende Kunst der Stadt Oldenburg, für die städtische Kunstausleihe erworben. Für eine Jahresgebühr von 20 Euro können sich Interessierte Originalwerke für einen begrenzten Zeitraum für zu Hause ausleihen. Zum 1500 Bilder, Skulpturen und Kunstfilme umfassenden Fundus der Artothek zählt nun – sehr zur Freunde der Künstlerin – auch das im Sommer 2010 entstandene Bild von Bärbel Woitas.
Grund zur Freude hatte auch Helmut Wachtendorf bei der Blutspende des DRK im Schulzentrum Bookholzberg. Dort durfte der 61-Jährige dieses Mal nämlich nicht nur etwas abgeben, sondern auch etwas mitnehmen: Anlässlich seiner 100. Blutspende bekam Wachtendorf von Organisatorin Astrid Zinner einen Präsentkorb mit allerlei Leckereien überreicht. Erstmals zur Ader gelassen wurde Wachtendorf vor rund 40 Jahren in der Bundeswehrzeit. 50 Liter Blut wurden ihm – wie Astrid Zinner flugs ausrechnete – seither abgezapft.
