Bei dieser Aktion rollte der Rubel – und zwar im wörtlichen Sinn. Das dritte Bookholzberger Bobbycar-Rennen im vergangenen August sorgte für so viel Resonanz, dass der Überschuss der Aktion jetzt als Spende an drei örtliche Empfänger verteilt werden konnte: Die Aktionsgemeinschaft „Wir in Bookholzberg“ (WiB) überreichte der Freiwilligen Feuerwehr, dem Jugendtreff Kaffeepott und dem BTB jeweils eine Spende. „Die Vereine haben uns bei der Aktion damals geholfen. Jetzt wollen wir ihnen etwas zurückgeben“, so Mit-Organisator Peter Hasselberg. Die Freiwillige Feuerwehr bekam von den „WiB“-Vertretern 500 Euro sowie einen Eis-Gutschein. Die Jugendlichen vom Kaffeepott erhielten eine Spielekonsole „Nintendo Wii“ samt Sportausrüstung. Und der Bookholzberger Turnerbund freute sich über 150 Euro Geldspende.
Grün ist bei den Ganderkeseer Büttenabenden 2010 die absolute Trendfarbe. Genauer: Werder-Grün. Die, die das sagt, muss es wissen: Julia Lederbach, 23, ist die neue Friseurin hinter den Kulissen. „So um die 65 Leute“ habe sie pro Abend geschminkt oder frisiert – „überwiegend Männer, denn die Frauen machen vieles selber“. Eine Herausforderung war es da zum Beispiel, Torge Kublank bei der Verwandlung in Bill Kaulitz von der Band Tokio Hotel zu assistieren, oder Werder-Fan Bernhard Jürgens in Werder-Fan Bernhard Jürgens zu verwandeln (großes ovales Bild). Noch schwieriger wurde das Sortieren der Haupthaare dann, als die für ihre Streiche bekannte männliche Prinzengarde in die kleine Kabine der Frisiermeisterin einfiel. Die Männer knipsten die Beleuchtung aus, sorgten mit Schwarzlicht für Disko-Atmosphäre – und brachten die Lachmuskulatur so richtig in Schwung.
Auch eine andere Männergruppe des Faschings ist dafür bekannt, dass sie für ein Späßchen immer zu haben ist: das Bühnenaufbaukommando, in Faschingskreisen eher unter dem Kürzel Büko bekannt. Am Sonntag zeigte die Crew um Klaus-Dieter Stubbemann, dass sie in ihrem Domizil in Heitmanns Halle in den vergangenen neun Monaten beileibe nicht nur gefeiert hat. Nach Plänen von Rolf Wieting („RoWi“) hatte sie dem Kinderfasching einen neuen Festwagen gebaut. Auf „RoWi III“ wurde das Gefährt getauft. „Stubbi“ gab erst einmal eindrucksvolle Daten bekannt: In dem rollenden Schloss seien 18 Sperrholzplatten mit einem Gesamtgewicht von 1115 Kilogramm verbaut worden, für den Himmel des 4,70 Meter hohen und neun Meter langen Anhängers habe man 30 Meter Stoff benötigt. Für die „Besatzung“ (Kinderprinzenpaar und Kindergarde) ist noch eine andere Zahl wichtig: An Bord ist Platz für sieben Kubikmeter Kamelle.
Für diesen Einsatz wurde Rolf Wieting dann am Sonntagnachmittag – stellvertretend für das Büko – beim Großen Kinderfasching geehrt. Ein Präsent hatten Kinderprinz Tom I. (Adler) und Kinderprinzessin Jule (I.) Petershagen auch für einen Mann dabei, den sie gar nicht erst auf die Bühne bitten mussten. Denn der stand schon da: Alexander Meyer, seit 2007 Leiter des Kinderfaschings, wurde an diesem Tag 31 – und hatte natürlich trotzdem „seinen“ Kinderfasching nicht versäumen wollen. Gefeiert wurde der Geburtstag im Anschluss – mit dem „Kifa“-Team und dem Kinderprinzenpaar im „Mykonos“.
Ehrungen standen übrigens auch bei den beiden ersten Büttenabenden an. So bat GGV-Präsident Uwe Meyer am Sonnabend zwei „Urgesteine“ des Faschings auf die Bühne: Werner Lüdeke und Gerold Haverkamp, die seit 1952 dazu beitragen, dass der Ganderkeseer Fasching auch zu einem Erlebnis für die Ohren wird. Haverkamps „Markenzeichen“ ist die Trompete, daneben spielt er E-Bass. Werner Lüdeke dirigiert die GGV-Bigband und gilt als „der“ Komponist der Faschingsgemeinde.
Geehrt wurden außerdem zwei weitere Pfeiler des närrischen Frohsinns aus Ganderkesee. Sie erhielten ihre Auszeichnungen von einem promi-
nenten Karnevals-Funktionär. Johann Plaisier, Vizepräsident des Karneval-Verbandes Niedersachsen, hatte zwei Verdienstorden in Silber im Gepäck, als er sich auf den Weg ins närrische Ganderkesee machte.
Über eine Auszeichnung freuen konnte sich Fritz-Werner Bergmann (oberes ovales Bild), der seit 1975 dem GGV-Festausschuss angehört und dazu auch noch fast zwei Jahrzehnte lang Umzugsleiter war. Ebenfalls ausgezeichnet wurde Hartmut Scheele. Er startete seine „Faschingskarriere“ bereits 1959 – und zwar als Kinderprinz. Elf Jahre später wurde er in den Festaus-
schuss gewählt, zwei Jahre danach ins Bühnenaufbaukommando. Inzwischen gehört der 69-Jährige auch geraume Zeit dem Prinzensuchkommando an.
