Nordenham - Was die Erste Allgemeine Lehrerband (EAL) anrührt und serviert, ist Musik, die an die heißen Disco-Nächte von anno dunnemals erinnert, die ein wohliges Gefühl schafft und unwillkürlich zwingt, sich entspannt zurückzulehnen. Es ist aber auch Musik, die in die Füße geht. Halt Oldies, Klassiker, Ohrwürmer, Schnulzen. Am Mittwoch hat sich die EAL zur Generalprobe getroffen. Die Uhr tickt: Am Wochenende wollen die Musiker in der Jahnhalle wieder kräftig einheizen.
„Natürlich schwingt eine gute Portion Nervosität mit. Ansonsten geht aber alles ganz locker zu“, sagt Rosi Peuker, „nur nichts übertreiben, denn sonst verliert man schnell die Lust.“
Ja, EAL spielt, was Spaß macht. Und EAL spielt, weil’s Spaß macht. Rosi Peuker, die Sängerin mit der angenehmen, kräftigen Stimme, gehört seit mittlerweile fünf Jahren zur Gruppe. Ralf Wübbenhorst (Gitarre) seit drei. Lange genug, um zu wissen, „wie der Hase läuft“. Routine aber stellt sich dennoch nicht ein. Dafür sorgen schon „die Alten“ der vor über 40 Jahren gegründeten Gruppe: Dietmar Brückner (Schlagzeug), Norbert Bröer (Gitarre) – und vor allem Bandchef Alfred Ferenz (Bass und Gesang). Ihr Credo: immer wieder neue Lieder, immer wieder neue Herausforderungen.
Allein zehn der dreißig Songs, die für Samstag auf dem Liederzettel stehen, sind neu interpretiert. Etwa „Barbara Ann“ von den Beach Boys, „This is the life“ von Amy Macdonald oder „Play my darling play“ von Katzenjammer.
Niemals langweilig
„Es wird bei uns nie langweilig. Andere Leute gehen Kegeln oder spielen Skat“, sagt der pensionierte Lehrer Alfred Ferenz, „wir machen Musik.“ Und das einmal in der Woche, immer mittwochs in seiner alten Grundschule FAH, oberer Stock, Raum 68.
Öffentliche Auftritte gibt es hin und wieder natürlich auch: im Theater Fatale oder bei Garten & Ambiente beispielsweise, bei der Abschiedsfeier der Abbehauser Hauptschule, auch mal ganz privat – und an diesem Samstag eben im Kulturtempel Jahnhalle. Um die drei oder vier öffentliche Konzerte pro Jahr, dann ist aber Schluss. Denn die Musik soll Hobby bleiben, sagt Alfred Ferenz noch. Damit aber genug geschnackt, nun wieder ran an die Instrumente, denn noch ist nicht alles in trockenen Tüchern.
Die vier Männer an den Instrumenten haben sich streng an der Fensterfront aufreiht, die Sängerin Rosi Peuker sitzt ihnen gegenüber. Ein wenig an Schule erinnert dies schon. An der Wand hängen Kabel, eine Wandtafel und ein Kalender von 2016. In den Ecken sind große Lautsprecherboxen aufgetürmt. Gemütlich sieht anders aus.
„Een, twee, dree, veer“, gibt Alfred Ferenz vor. Und schon hallt lautstark Billy Joels „For the longest time“ durch die offene Tür in den stockdunklen Flur. Klingt spritzig toll, aber der Bandleader kommt außer Atem. „Der Gesang ist sauhoch. Das geht mächtig auf die Pumpe. Schon der Song ,Hero’ war extrem“, sagt er, „das Stück müssen wir irgendwie weiter nach vorne schieben.“
Echt schräg
Die Auswahl der Songs für „Pi mal Daumen“ zweimal eine Dreiviertelstunde Live-Musik pur am Samstag ist getroffen, an der Liederfolge aber wird nun doch noch ein wenig gefeilt. Die Zeit zerrinnt. Es ist schon ziemlich spät. Doch bevor es schließlich heißt „Und tschüss!“, ertönt noch einmal „Paperback Writer“ von den Beatles. „Das klingt doch echt schräg, oder?“, fragt Bandchef Alfred Ferenz in die Runde. Die anderen nicken: „Gerade kann doch jeder!“
