Navigation überspringen
nordwest-zeitung
Abo-Angebote ePaper Newsletter App Prospekte Jobs Immo Trauer Shop

Konzert Vor allem auf den Spaß kommt es an

Christian Schöckel

Nordenham - Was die Erste Allgemeine Lehrerband (EAL) anrührt und serviert, ist Musik, die an die heißen Disco-Nächte von anno dunnemals erinnert, die ein wohliges Gefühl schafft und unwillkürlich zwingt, sich entspannt zurückzulehnen. Es ist aber auch Musik, die in die Füße geht. Halt Oldies, Klassiker, Ohrwürmer, Schnulzen. Am Mittwoch hat sich die EAL zur Generalprobe getroffen. Die Uhr tickt: Am Wochenende wollen die Musiker in der Jahnhalle wieder kräftig einheizen.

„Natürlich schwingt eine gute Portion Nervosität mit. Ansonsten geht aber alles ganz locker zu“, sagt Rosi Peuker, „nur nichts übertreiben, denn sonst verliert man schnell die Lust.“

Ja, EAL spielt, was Spaß macht. Und EAL spielt, weil’s Spaß macht. Rosi Peuker, die Sängerin mit der angenehmen, kräftigen Stimme, gehört seit mittlerweile fünf Jahren zur Gruppe. Ralf Wübbenhorst (Gitarre) seit drei. Lange genug, um zu wissen, „wie der Hase läuft“. Routine aber stellt sich dennoch nicht ein. Dafür sorgen schon „die Alten“ der vor über 40 Jahren gegründeten Gruppe: Dietmar Brückner (Schlagzeug), Norbert Bröer (Gitarre) – und vor allem Bandchef Alfred Ferenz (Bass und Gesang). Ihr Credo: immer wieder neue Lieder, immer wieder neue Herausforderungen.

Allein zehn der dreißig Songs, die für Samstag auf dem Liederzettel stehen, sind neu interpretiert. Etwa „Barbara Ann“ von den Beach Boys, „This is the life“ von Amy Macdonald oder „Play my darling play“ von Katzenjammer.

Niemals langweilig

„Es wird bei uns nie langweilig. Andere Leute gehen Kegeln oder spielen Skat“, sagt der pensionierte Lehrer Alfred Ferenz, „wir machen Musik.“ Und das einmal in der Woche, immer mittwochs in seiner alten Grundschule FAH, oberer Stock, Raum 68.

Öffentliche Auftritte gibt es hin und wieder natürlich auch: im Theater Fatale oder bei Garten & Ambiente beispielsweise, bei der Abschiedsfeier der Abbehauser Hauptschule, auch mal ganz privat – und an diesem Samstag eben im Kulturtempel Jahnhalle. Um die drei oder vier öffentliche Konzerte pro Jahr, dann ist aber Schluss. Denn die Musik soll Hobby bleiben, sagt Alfred Ferenz noch. Damit aber genug geschnackt, nun wieder ran an die Instrumente, denn noch ist nicht alles in trockenen Tüchern.

Die vier Männer an den Instrumenten haben sich streng an der Fensterfront aufreiht, die Sängerin Rosi Peuker sitzt ihnen gegenüber. Ein wenig an Schule erinnert dies schon. An der Wand hängen Kabel, eine Wandtafel und ein Kalender von 2016. In den Ecken sind große Lautsprecherboxen aufgetürmt. Gemütlich sieht anders aus.

„Een, twee, dree, veer“, gibt Alfred Ferenz vor. Und schon hallt lautstark Billy Joels „For the longest time“ durch die offene Tür in den stockdunklen Flur. Klingt spritzig toll, aber der Bandleader kommt außer Atem. „Der Gesang ist sauhoch. Das geht mächtig auf die Pumpe. Schon der Song ,Hero’ war extrem“, sagt er, „das Stück müssen wir irgendwie weiter nach vorne schieben.“

Echt schräg

Die Auswahl der Songs für „Pi mal Daumen“ zweimal eine Dreiviertelstunde Live-Musik pur am Samstag ist getroffen, an der Liederfolge aber wird nun doch noch ein wenig gefeilt. Die Zeit zerrinnt. Es ist schon ziemlich spät. Doch bevor es schließlich heißt „Und tschüss!“, ertönt noch einmal „Paperback Writer“ von den Beatles. „Das klingt doch echt schräg, oder?“, fragt Bandchef Alfred Ferenz in die Runde. Die anderen nicken: „Gerade kann doch jeder!“

Themen
Artikelempfehlungen der Redaktion
Lara und Philipp Schumacher wollen gemeinsam mit ihren drei Kindern ein neues Leben auf Mallorca beginnen. Dafür bereiten sie seit Jahren alles vor – und der letzte, mehrmonatige Aufenthalt vor der Auswanderung begann mit einem herben Rückschlag.

BETROGEN UND ENTTÄUSCHT Emder Familie kämpft nach Betrug auf Mallorca um ihren Traum

Aike Sebastian Ruhr
Emden
Mit Video
Nach der Sprengung inspizierten Midgard-Beschäftigte die Überreste der Verladebrücke.

KRANSPRENGUNG IN NORDENHAM Koloss aus Stahl fällt in 15 Sekunden zusammen

Norbert Hartfil
Nordenham
Wo ist der Obdachlose hin? Kurz vor der Einmündung des Heidkamper Wegs in die Metjendorfer Straße in Neusüdende hatte sich der Mann mehrere Monate aufgehalten.

MANN WIRD MEDIZINISCH BETREUT Polizei und Landkreis räumen Obdachlosen-Schlafplatz in Neusüdende

Frank Jacob
Neusüdende
Analyse
Am Sonntag, 26. Juni,  war in Thüringen über Landräte, Oberbürgermeister, Bürgermeister sowie über Kreistage, Stadt- und Gemeinderäte abgestimmt worden. Nun stehen Stichwahlen vor der Tür.

STICHWAHLEN IN THÜRINGENS KOMMUNEN IM JUNI „AfD neben der CDU sozusagen die Volkspartei“

Mey Dudin Büro Berlin
Nach einer Fahrt unter Cannabiseinfluss ist der Führerschein weg. Durch das Cannabisgesetz ändern sich aber nicht nur die Blutwerte, ab denen die Fahrerlaubnis entzogen wird, sondern auch, wie man sie zurückbekommt. Der Fachdienst Straßenverkehr des Landkreises Wesermarsch erklärt, warum Kiffer nicht mehr zur MPU müssen (Symbolbild).

FÜHRERSCHEINENTZUG NACH CANNABISKONSUM Kiffer müssen nicht mehr zwingend einen „Idiotentest“ ablegen

Tim Rosenau
Brake