Nordenham - „Das ist ja fast wie bei der Reise nach Jerusalem“, witzelt ein Blutspender am Dienstagabend in der Friedeburg. Knapp 30 Männer und Frauen sitzen in einer langen Stuhlreihe und rutschen nach und nach einen Platz weiter. Das Deutsche Roten Kreuz hat zur Blutspende eingeladen. Schon am Nachmittag bilden sich lange Schlangen, so viele Besucher sind gekommen, um Blut abzugeben.
Albert Hilscher aus Brake ist einer von ihnen. Der 60-Jährige spendet an diesem Tag zum 50. Mal Blut. Weil er nach einem Unfall selber einmal Blut empfangen hat, geht er nun regelmäßig zur Spende. Bei der Anmeldung geht alles noch ganz schnell. Als Wiederholungsspender muss Albert Hilscher, der beruflich als Rettungsassistent und Feuerwehrmann tätig ist, lediglich seinen Blutspendeausweis vorzeigen und den Fragebogen ausfüllen, den jeder Blutspender bekommt.
Hierbei geht es um das Gesundheitsbild des Spenders oder der Spenderin. Relevant sind unter anderem das Körpergewicht, Vorerkrankungen und verordnete Medikamente. Wer weniger als 50 Kilogram wiegt oder bestimmte Psychopharmaka nimmt, darf kein Blut spenden.
Dann muss Albert Hilscher Platz nehmen und warten. Die vielen Spender stauen sich an der nächsten Station. Hier ermittelt ein DRK-Mitarbeiter die Körpertemperatur und entnimmt einen Tropfen Blut. Diese Erstentnahme dient der Bestimmung des Hämoglobin-Wertes. Es handelt sich dabei um den roten Blutfarbstoff, der zum Sauerstofftransport im Körper nötig ist. Bei Albert Hilscher sind beide Werte in Ordnung.
Seine nächste Station ist das ärztliche Gespräch. Hier werden die Spender von einem Arzt zu ihren Angaben befragt und auf Risiken, die mit der Blutspende einhergehen können, informiert. Erst nach dem vertraulichen Gespräch wird die eigentliche Spende vorgenommen.
Arzthelferin Andrea Binnewies vom DRK begrüßt ihren nächsten Spender und bittet ihn, auf einer der Liegen Platz zu nehmen. „Geht es ihnen gut? Hatten sie jemals Probleme beim Spenden? Haben sie genug gegessen und getrunken?“, fragt sie Albert Hilscher. Da der vielfache Spender alle Fragen zufriedenstellend beantworten kann, setzt Andrea Binnewies die Nadel zur Blutentnahme an.
Jetzt geht es ganz schnell. Schon nach wenigen Minuten ist der 500 Milliliter fassende Beutel mit dunkelrotem Blut gefüllt. Mit einem weißen Verband am rechten Arm geht Alfred Hilscher zufrieden zur Essensausgabe. „Nach einer Spende muss man erstmal zur Ruhe kommen und sich stärken“, erklärt er – und lässt sich ein Würstchen und belegte Brötchen schmecken. Die Ehrennadel für seine 50. Spende hat er schon vor dem Aderlass erhalten.
