Sillenstede - „Natürlich habe ich mir auch die Stimmen der anderen Damen angehört, aber Karins Stimme war einfach die netteste“, sagt Bernhard Aumann schmunzelnd. So nett, dass der junge Mann, der als Soldat in Bonn in der zentralen Telefonvermittlung tätig war, jede Möglichkeit nutzte, mit der Telefonistin in Sengwarden zu plaudern. Oft bis in die Nacht hinein – und das zwei Jahre lang. Erst dann gab es ein erstes Treffen, dem schon Monate später die Hochzeit folgte. Heute ist das Paar aus Sillenstede 50 Jahre verheiratet und feiert Goldene Hochzeit.
Nur telefonischer Kontakt, sich nie sehen, wie kann das klappen? „Sehr gut, man lernt sich nämlich wirklich gut kennen. Wer den anderen nicht direkt vor Augen hat, der erzählt oft mehr und ehrlicher“, hat Bernhard Aumann erfahren. Als man sich nach zwei Jahren zum ersten Mal begegnete, „da war alles schon ganz vertraut“, sagt seine Frau. Gut drei Monate später wurde in der katholischen Christus-König-Kirche in Federwardergroden geheiratet.
Seit 1966 lebt das Paar in Sillenstede. Bernhard Aumann, gebürtig aus Cloppenburg, lernte zunächst Landwirt, nutzte aber als Zeitsoldat für vier Jahre die Gelegenheit der Fortbildung. So wurde er Kaufmann, später Informatiker. Nach der Bundeswehr blieb er bis zur Pensionierung als ziviler Angestellter im Rechenzentrum in Wilhelmshaven. Karin Aumann erzog die drei Kinder und widmete sich der Hundezucht. Weil Bernhard Aumann sich für die Jagd begeisterte, lag es nahe, dass Jagdhunde gezüchtet und ausgebildet wurden. Karin Aumann beschäftigt sich zudem mit Handarbeiten, ihr Mann hatte immer etliche ehrenamtliche Posten rund um Sport und Jagd.
Die goldene Hochzeit wird mit Freunden, Kindern, den sieben Enkeln und anderen Verwandten gefeiert.
