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Jahnhalle Vor Weihnachten noch einmal Gas geben

Christian Schöckel

Nordenham - The same procedure as last year? The same procedure as every year, Fete! „Ho, ho, ho Jahnhalle,” rief Jörg „Fete“ Eilers in den Saal. „Ho, ho, ho Fete,” hallte es zurück. Nordenhams Premium-Band Prime Time hatte zum x-ten Chrismas-Rock ins Kulturzentrum Jahnhalle eingeladen. Gleich für Freitag und Sonnabend quasi im Doppelpack.

Bekannte Gesichter auf der Bühne, fetziger Oldie-Blues, Soul & Disco-Funk auf dem Programmzettel – eben alles, was ins Ohr geht, halt auf Erfolgsmuster gestrickt. Und natürlich treue Ganz-außer-dem-Häuschen-Fans vor der Bühne. Primetime spielte im blau-rot-gelb tanzenden Kunstlicht, das unruhig von Scheinwerfersäulen herabstrahlte. Links ein überdimensionaler Styropor-Weihnachtsmann mit riesiger Möhrennase vor einem echten Weihnachtsbaum, daneben tobende Fans, die bunt leuchtende Glasfaserbüschel schwangen, rechts ein schlaffes Rentier, platt auf einem der riesigen Lautsprecher schlafend. Weihnachten, heute anders!

Luft ist zum Schneiden

Auf dem Balkon, ganz hinten in der Ecke, schlief ein Fan. Wohl zu viel Weihnachtsmarkt vorweg? Um ihn herum toste das Leben. Prime Time hat seine Fans. Viele. Zweimal 400 passten in die Jahnhalle. Eigentlich hatten noch viel mehr nach Karten gefragt. Die Luft im Kulturtempel war zum Schneiden dick, den Fans wurde heiß. Unter den Scheinwerfern vorn muss es unerträglich gewesen sein. Doch die Band, fünf plus eins, allesamt in weißen Hemden und mit Krawatte, ließ sich keinen Moment zum Verschnaufen, hatte den Saal im Griff. Auch wenn der Schweiß lief.

Mützen vom Chef

„Seid ihr gut drauf?“, rief Fete Eilers. Die hinterm Tressen waren es, die vorm Tresen noch ein Stück mehr. Jörg Eilers, verkleidet als Santa Claus, griff in seinen Jutesack und warf Tütchen mit Keksen, Dominosteinen und Marzipankartoffeln in die Menge. „So abwechslungsreich wird heute das Programm sein,“ gab er in der tosenden Menge vor der Bühne sein Versprechen.

Band-Chef Tommy Maréchal hatte einen ganzen Arm voller Weihnachtsmannmützen mitgebracht und warf sie hinterher. Die Fans kreischten – und Primetime legte los. Die Bässe schüttelten die Wände. Eine glühend heiße Party bis nach Mitternacht.

„Da war eine Mordsstimmung,“ erzählte noch tags drauf Hans-Dieter Wiegers völlig begeistert. Er sei schon zum vierten oder fünften Mal beim Chrismas-Rock à la Prime Time gewesen. „Aber in diesem Jahr war’s ein besonderer Höhepunkt. Die hatten echt Gas gegeben und knuffig Fete gemacht!“

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