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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Musik: Vorliebe für dezente Schönheit

05.09.2011

FRAGE: Sie haben unlängst Furore gemacht in Mezzosopran-Rollen von Rossini. Wie weit werden Countertenöre und Sopranisten noch vordringen?

CENCIC: Zumindest bei Rossini müssten Sie da die Frauen fragen. Frauen wildern viel in Kastratenrollen. Rossini hat sowohl für Kastraten als auch für Frauen geschrieben. So neu ist das nicht, was ich da mache. Über Barock hinaus habe ich Lieder gesungen, Schuberts Schwanengesang etwa. Auch Operetten. Kowalski hat das schon vor 20 Jahren gemacht. In der Moderne gibt es nicht so viel. Und Wagner ist ein anderes Fach.

FRAGE: Hat für Sie Belcanto mehr mit Schöngesang zu tun als mit Effekthascherei?

CENCIC: Ich mag eher die dezente Schönheit. Auch eine Cecilia Bartoli hat nicht die Größe und Volumen, die gefährlich werden. Man kann Rossini mit Knalleffekten und Schreien bis zum Schluss durchziehen. Das ist nicht mein Ding.

FRAGE: Wenn Sie die einst von den Kastraten belegten Stimmlagen Alt, Mezzosopran und Sopran zugrunde legen: Wo ordnen Sie sich ein?

CENCI: Da bewege ich mich im tieferen Mezzobereich. Was derzeit nicht abgedeckt wird, ist der hohe Sopranbereich der damaligen Kastraten zwischen 14 und 19 Jahren. Als Kind habe ich noch das dreigestrichene C erreicht. Heute komme ich bis zum zweigestrichenen A. Das reicht für Einiges, aber nicht für Alles.

FRAGE: Countertenören sind oft die zwielichtigeren Parts in Opern zugeteilt worden, die der Intriganten oder eitlen Pfauen. Hat sich das Repertoire mit steigender sängerischer Qualität erweitert?

CENCIC: Die Messlatte liegt gewaltig hoch. Das führt zu ausgeprägterer Seriosität. Einst zählte die Art der Britin Emma Kirkby im Barockgesang zum Idealen. Dieses Gradlinige, Knabenhafte liebten viele. Ich liebe die andere Variante, das etwas Fleischigere. Man muss eine ordentliche Stimmfarbe haben, ein ordentliches Vibrato, Durchschlagskraft und Wärme.

FRAGE: Wie bewahren Sie Ihre Stimme vor Raubbau?

CENCIC: Wenn man die Rollen vorsichtig aussucht und sich in dem wohlfühlt, was man macht, kann man nicht so viel falsch machen. Ich habe selten Titelpartien gesungen, den Rinaldo erst in diesem Jahr. Die Poppea habe ich mir auf sieben Jahre aufgeteilt. Für Paris habe ich zuletzt den Julio Cesare abgelehnt mit dem Hinweis: So weit fühle ich mich noch nicht.

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