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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Hardrocker feiern im Schlamm

07.08.2017

Wacken Wie ein Schleier liegt am Sonntagmorgen noch ein schwerer Duft über den Wiesen und dem Festivalgelände des „Wacken Open Air“. So muss es in einem mittelalterlichen Lager gerochen haben: nach Essensresten, Unrat und allerlei Undefinierbarem. Es ist die natürliche Folge, wenn 75 000 Gäste ein Dorf für mehrere Tage zur drittgrößten Stadt Schleswig-Holsteins machen.

Weil es zum Festival-Erlebnis gehört, den hypersensiblen Geruchssinn abzulegen, der sich einstellt, wo Menschen sich im Alltag den Luxus täglichen Duschens, funktionierender Abwassersysteme und lückenloser Abfallentsorgung leisten können, tritt der Duft gefühlt wieder stärker in Erscheinung, sobald das Festival-Spektakel beendet ist. „Am dritten Tag ist mir alles egal. Körperhygiene, was war das noch mal?“, singen die Spaß-Metaller der Band J.B.O. in der Nacht zu Sonntag zum Abschied ihre Festival-Hymne „Wacken ist nur einmal im Jahr.“ Im Publikum kennen fast alle den Text: „Scheiß drauf, Wacken ist nur einmal im Jahr.“

Während die letzten Festivalbesucher die Autobahnen des Umlands verstopfen, sammeln Gabelstapler Bauzäune ein, werden die scheinbar zahllosen Kunststoff-Toilettenhäuschen geputzt, gehen Mitarbeiter eines Landschaftsbau-Betriebs auf den Wiesen auf Müllsuche. Wo am Vortag Alice Cooper wie ein Derwisch über die Bühne fegte, sorgen Techniker und ein Kran dafür, dass von den Hauptbühnen bald nur noch Gerippe übrigbleiben.

Wie immer – das betont die Polizei – war es auch 2017 in Wacken wieder friedlich. Etwa 1600 Mal mussten Festivalbesucher bis Samstagnachmittag von den rund 700 eingesetzten Rettungskräften behandelt werden. Die Polizei erfasste rund 175 Straftaten – die meisten davon Diebstähle. Gegenüber dem Vorjahr habe sich die Zahl körperlicher Auseinandersetzungen um mehr als die Hälfte – von 20 auf acht Fälle – reduziert.

„In Kurbädern muss man viel, viel Geld für Schlammpackungen bezahlen, das ist hier alles all-in“, scherzt Wacken-Mitgründer Thomas Jensen am Samstag über das nach Regenschauern aufgeweichte Gelände. Die Besucher reagierten sportlich: mit Schlitten, auf Luftmatratzen und nackter Haut schlitterten sie durch die trübe Brühe oder gingen mit Bierdosen als Köder „Schlamm-Angeln“.

Und irgendwie scheint die ganze Zeit jemand dabei zu sein, der nicht mehr lebt: Lemmy Kilmister, 2015 gestorbener Frontmann der Band Motörhead. Ob „Metal-Queen“ Doro Pesch, die 2018 ihr 35. Bühnenjubiläum in Wacken feiern will, oder der 69-jährige Alice Cooper: Bands und Solisten erinnern an Lemmy oder spielen Coverversionen seiner Songs. Zum Abschluss ruft Jensen von der Bühne dazu auf, Lemmys Interpretation des David- Bowie-Klassikers „Heroes“ mitzusingen, als diese auf einer Video-Leinwand abgespielt wird: „So laut, dass Lemmy uns hören kann.“ Tausende stimmen ein.

Insgesamt spielten rund 150 Bands auf dem diesjährigen Wacken Open Air.

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