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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Wacken Open Air 2017: Im Heavy-Metal-Himmel und in der Schlamm-Hölle

05.08.2017

Wacken Als Sänger Chris Boltendahl von der Band Grave Digger (zu deutsch: Totengräber) seine Hand zum Heavy-Metal-Gruß in die Luft reckt, scheint vor ihm gerade die Apokalypse einzutreten. Bis zu den Knöcheln waten schlammverkrustete Gestalten vor der „Harder“-Bühne in einem morastigen Gemisch aus Regenwasser, Erde, Bier und Urin. Das ist das Bodengemisch am zweiten Tag des Festivals, das als eines der größten Metal-Events der Welt gilt.

Es ist das ganz gewöhnliche Wacken-Erlebnis. Sieht man von ein paar staubtrockenen Ausnahmen in den vergangenen Jahren ab, so wurde das Festival - typisch nordisch - in den vergangenen Jahren meist vom sprichwörtlichen Schietwetter begleitet. Das ist aber nur von außen betrachtet ein Problem.

Von innen, also aus Sicht der rund 75 000 Heavy-, Doom-, Black- oder Death-Metaller auf den Campingplätzen, wirkt der Regen am Freitag fast wie ein Geschenk des Himmels. Auf den Campingplätzen rund um das Veranstaltungsgelände lässt sich anhand erfindungsreicher Schlamm-Sportarten beobachten, dass die Metal-Fans sich von etwas Regen und sehr viel Schlamm die Stimmung nicht verderben lassen. Nimmt man alle Ideen zusammen, so ergibt das eine Art Schlamm-Olympia.

So springt Metalhead Benedikt mit Anlauf und Feuereifer auf seine Luftmatratze, um mit ihr durch den Schlamm zu schlittern. Das Ziel: besonders weit über die trübe, braune Brühe auf dem Zeltplatz zu gleiten. Ähnliche Versuche lassen sich bei anderen Besuchern mit vorsorglich mitgebrachten Holzschlitten beobachten, die an Bändern gezogen auch zum Bier-Transport taugen. Dominic springt ganz ohne Sportgerät in eine tiefe Pfütze - am Ende ist er komplett schlammfarben.

Selbst das Sportfischen ist in leicht abgewandelter Form vertreten. So gehen Sören und Robert aus Hamburg schon am Donnerstag mit improvisierter Angel und Bierdosen als Köder auf imaginäre Raubfischjagd, während sich die Festivalbesucherinnen Aurora und Deyna mit einem aufblasbaren Orca-Wal aus Plastik im Schlamm als Tiertrainerinnen versuchen.

Eine weitere Disziplin ist eher künstlerisch: Bildhauerei mit Bierdosen. Sobald diese leer getrunken sind, basteln kreativ Veranlagte mit Duct-Tape oder Kreppband Skulpturen. Zu den schönsten, weil besonders stilechten Objekten, gehört ein Wikinger-Helm - aus Dutzenden von Bierdosen.

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