WADDENS - Seit den 70er-Jahren lag der Waddenser Pastoreigarten in einem Dornröschenschlaf und war für die Öffentlichkeit nicht begehbar. Das ist nun endgültig Vergangenheit, denn bei der offiziellen Einweihung am Sonnabend wurde es im „Garten Eden“ richtig voll.
Aus dem Pavillon auf dem Areal und einem Zelt hatten die Waddenser eine liebevoll geschmückte „Garten Eden-Kirche“ gestaltet, in der nicht einmal alle Besucher Platz hatten. Dass es so eng wurde, war für die Mitglieder des „Arbeitskreises Garten Eden“ mehr als überwältigend, sagte Moderator Heiko von Atens bei der Feierstunde nach dem Gottesdienst.
Das wohl meist genannte Wort an diesem Nachmittag war „Danke“. Dank gebühre allen Mitstreitern des Projekts „Garten Eden“, unterstrich auch der stellvertretende Bürgermeister Christian Bergmann, der selber Mitglied im Arbeitskreis ist. Ein solches tolles Vorhaben sei bei den klammen Kassen der Gemeinde nicht zu schaffen. Deshalb seien jede Menge Fördergelder, private Spenden, der Grund der Kirchengemeinde, viele Sponsoren, die 22 Mitglieder des Arbeitskreises und vor allem die fleißigen Hände der Waddenser Dorfgemeinschaft erforderlich gewesen.
Band durchschnitten
Doch die meiste Arbeit habe wohl Susanne Hübler in dieses Projekt gesteckt, sagte Bergmann und überreichte ihr eine Blumenschale als Dank der Gemeinde. Sie war es auch, die das symbolische Band zur Freigabe gemeinsam mit Pastor Klaus Braje und dem Gemeindekirchenratsvorsitzenden Hubert Helms durchschnitt.
Susanne Hübler habe sich mehr als jeder andere um dieses ehrgeizige Projekt eingebracht, Zeit und Mühe investiert, habe die Förderanträge bearbeitet und sich trotz der Rückschläge nicht entmutigen lassen.
Susanne Hübler ließ in ihrer Ansprache noch einmal die Geschichte des „Garten Edens“ Revue passieren. Früher sei der Pastoreigarten als Gartenland in Parzellen eingeteilt gewesen und habe den Waddensern zum Gemüseanbau zur Verfügung gestanden. In den 70er-Jahren wurde das Interesse an dem Gartenland aber geringer und schon bald wurde das Gelände planiert und angesät, Bäume wurden gepflanzt und das Areal wurde so für die Öffentlichkeit unzugänglich.
2007 gab es einen Anlauf, den Park zugänglich zu machen. Es gründete sich ein Arbeitskreis, in dem alle Vereine und Gruppierungen vertreten sind. Jeder brachte seine Ideen, Vorstellungen und Wünsche ein und so entstand ein erster Entwurf, in dem alle Ideen demokratisch eingearbeitet waren. Und heute, so Susanne Hübler, ist dieser erste Entwurf eigentlich genau umgesetzt worden.
Schwierige Finanzierung
Problematisch, aufreibend und zeitintensiv sei auch die Finanzierung dieses Projektes gewesen, blickte Hübler auf die vergangenen Jahre zurück. So habe der Arbeitskreis einen eigenen Finanzierungsausschuss eingerichtet, der sich nur um die Finanzen kümmerte. Immerhin haben das Anlegen der Wege, die Beleuchtung, der neue Pavillon, die Freifläche, das Insektenhotel und die Beete insgesamt 33 000 Euro verschlungen. Dazu gab es neben vielen Spenden auch die Kofinanzierung der EU mit Leader-Mitteln und die Förderung von Bingo-Lotto und der Kirchengemeinde.
Doch damit ist die Arbeit im „Garten Eden“ noch nicht beendet, denn noch fehlt die Bepflanzung der sechs Beete, die noch mit Rindenmulch abgedeckt sind. Darum will die Dorfgemeinschaft sich am 30. Oktober bei einer gemeinsamen Pflanzaktion kümmern. Und noch mehr haben die Waddenser vor: die Beleuchtung des Pavillons und eine Infotafel fehlen noch und eine Dokumentation des historischen Floorenpads steht noch aus. Dafür werden noch Sponsoren gesucht. Auch Paten für die Beete sucht der Arbeitskreis noch, die sich um Pflanzen und die Sauberkeit kümmern. Gemäht wird die Fläche weiterhin von der Kirchengemeinde.
