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THEATER Große Verwirrung in hohen Reiterstiefeln

WADDENS - Manche nennen es Strukturwandel. Andere machen eine Komödie daraus.

von jochen eilers

WADDENS - Wie soll es mit der „Heidschnuck-Klause" nur weitergehen? Die einzigen Gäste sind ein Mitglied des Gemeinderates und der Gerichtsvollzieher. Letzterer muss aber, bevor es den guten Selbstgebrannten gibt, noch seiner Amtspflicht nachgehen.

Das Premierenpublikum hatte beim Dreiakter „Piepen för de Peer" der Waddenser Spielschar seinen Spaß, wurde auf der Bühne doch eine rasend komische und turbulente Verwechslungsgeschichte geboten. Doch bei allem Vergnügen spiegelte der Schwank auch die teilweise ernste Situation der Dorfkneipen wider.

Denn die „Heidschnuck- Klause" hat es schwer erwischt. Fast alles wurde vom Gerichtsvollzieher Hinnerk Kruse (grandios gespielt von Otto Neckritz) schon gepfändet oder mit einem Pfandsiegel versehen. Selbst der Besen, den die einfältige Haustochter Vanessa (Elke Böker) schwingt, trägt schon einen Kuckuck. Bei einem neuen Pfändungstermin bleibt da nur noch die edle Pendeluhr als Pfandobjekt. Die resolute Wirtsfrau Alwine (Heike Antons) nimmt es mit Humor: „Ich wollte schon immer eine Kuckucks-Uhr haben."

Vom guten Selbstgebrannten beflügelt, entwickeln in dieser bitteren Stunde der Gerichtsvollzieher, Wirt Alwin (Andreas Dierks) und Ratsherr Jan Schröttke (Jörg Liebig) einen Plan, mit dem sie den Fremdenverkehr in der Gemeinde und die Rettung der „HeidschnuckKlause“ voranbringen wollen.

Kurzerhand wird aus der Kneipe ein Reiterhof. Nach vier Wochen ist die Gaststätte renoviert und das Personal trägt Reiterstiefel und -hosen. Doch wie sollen die Gäste Herr Fischer (Marc Spohler), seine Frau Anette (Melanie Spohler) und deren Tochter Claudia (Imke Keiser) überzeugt werden, dass es sich wirklich um einen viel besuchten Reiterhof handelt? Ganz einfach: Alle müssen ran. So wird aus dem Gerichtsvollzieher ein Reitlehrer, der Ratsherr wird Bonbon-Fabrikant und zufriedener Pensionsgast und aus den beiden Frauen im Haus werden glückliche Reiterinnen. Und die Pferde leiht man sich kurzerhand vom Bürgermeister.

Nur kann Vanessa nicht reiten, und ihr der Hintern schmerzt schon, wenn sie nur an Pferde denkt. Damit das Ganze echt wirkt, bekommen die beiden Unterricht vom angeblichen Reitlehrer Kruse. Einen Stuhl zu besteigen ist ja auch fast dasselbe wie ein Pferd.

Und dann kommt noch ein Gast auf den Reiterhof: Peer Wallner (Timo Dierks). Doch sein Interesse gilt weniger den Pferden als dem „Reitlehrer". Gerichtsvollzieher Kruse hat sich nämlich krank gemeldet, um dieser Nebentätigkeit nachgehen zu können. Dies will Wallner beweisen.

Am Ende der rund zweieinhalb Stunden dauernden Aufführung gibt es dann einige Überraschungen und einiges klärt sich auf – aber nur zum Guten der einzelnen Charaktere, versteht sich. Und auch die Liebe kommt nicht zu kurz.

Nächste aufführung ist heute abend

Dreimal

wird die Komödie „Piepen för de Peer" noch aufgeführt. Erster Termin ist heute ab 19.30 Uhr im Gasthaus „Butjenter“. Die nächsten beiden Aufführungen des Dreiakters in plattdeutscher Sprache werden an den Sonntagen, 23. und 30. Januar, jeweils ab 14 Uhr gegeben. An den beiden Sonntag-Terminen wird Kaffee und Kuchen gereicht. Um Anmeldung im „Butjenter", Telefon 04733/1634, wird gebeten.

Hinter den Kulissen

wirkten am Erfolg der ersten Aufführung Waltraud Dierks als Souffleuse und Hans-Georg Schröder als Regisseur mit.

Für die Maske sind Marian Hansing und Ina Bruns zuständig.

Die Zuschauer

zeigten sich von den Leistungen der Darsteller beeindruckt und dankten mit langem Applaus. Besonders Elke Böker bewies wieder einmal ihr Schauspielerisches Talent und spielte die etwas dümmliche Vanessa mit Bravour.
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