WADDEWARDEN - Eine Liebeskur können Wirt Willi Kramer (Axel Foken) und seine Ehefrau Gerda (Gisela Harms) dringend brauchen. Bei ihnen hängt der Haussegen gewaltig schief.

„De Liebeskur“ heißt das Lustspiel von Günther Drewes, mit dem die Waddewarder Speelkoppel am Freitag im „Waddewarder Hof“ Premiere feierte. Das Publikum zeigte sich begeistert. Der Dreiakter bot viele Verwechslungen und witzige Szenen. Leider war Marion Behrens, eine der Hauptdarstellerinnen, kurz vor der Premiere ausgefallen, so dass die Maskenbildnerin Bärbel Fooken kurzfristig einspringen musste. Die Rolle der Tochter Renate bewältigte sie mit Bravour.

Gerda und Willis Ehe ist in der Krise, keiner hat für den anderen noch ein nettes Wort übrig, dauernd streiten sie. Sogar über die Erziehung ihrer längst erwachsenen Tochter Renate sind sie verschiedener Meinung. Die möchte nämlich ihren Freund Peter so bald wie möglich heiraten, doch ihr Vater ist dagegen.

In ihrer Not bitten die beiden Verliebten Willis besten Freund Klaus (Erhard Gogler) um Hilfe. Der hat nicht nur für alle Lebenslagen ein Sprichwort parat, sondern lässt sich seine Ratschläge auch gerne teuer bezahlen. Um Willi und Gerda wieder zu versöhnen, muss er sich allerdings anstrengen und braucht dafür viel „Flüssignahrung“.

Sein Konzept: Er stachelt die Eheleute zur Eifersucht an. Dabei sollen ihm die Haushaltshilfe Berta (Christel Friedrichs) und die Kneipenhilfe Hans (Roland Alken) helfen. Roland Alken, der zum ersten Mal mitspielte, machte seine Sache großartig, ebenso köstlich spielte Christel Friedrich die Rolle der Berta.

Für große Verwirrung sorgte in der Vorstellung am Sonnabend sicherlich das Gästebett auf der Bühne. Das plötzliche knackende Geräusch wusste wohl keiner einzuordnen – und im nächsten Moment brach das Bett samt den darin liegenden Darstellern zusammen. Die Besucher konnten sich vor Lachen kaum noch halten. Den Darstellern war die Überraschung ebenfalls anzusehen – und auch sie nahmen’s mit Humor.

Das Familienchaos scheint perfekt, alles liegt in Trümmern und ist zerstritten. Keiner glaubt noch an ein Happy End – außer Klaus. Doch genau so wenig wie sein Plan aufzugehen scheint, fruchten seine Bemühungen um Gerdas Schwester Rika. Sie lässt ihn immer wieder abblitzen.

Ob der Scheidungsanwalt am Ende doch eingeschaltet wird oder nicht, soll hier nicht verraten werden.

Die Spielfreude der Akteure war ansteckend. Bei Texthängern halfen die beiden Souffleusen Elisabeth Foken und Petra Röttger. Das Stück „De Liebeskur“, das die Waddewarder Spieler unter Regie von Axel Foken einstudiert haben, ist ein rundum gelungenes Stück.