Hude - Die Begeisterung stand allen ins Gesicht geschrieben. Die 26 Jungen, die am Sonnabend am Jungen-Erlebnistag im Kulturhof teilgenommen haben, „kommen auf jeden Fall im nächsten Jahr wieder“, so die einstimmige Meinung.
Das Team um Jörg Kreusel hatte sich aber auch mächtig ins Zeug gelegt. Ausschließlich für Jungen wurden sechs Workshops angeboten. Während Heiner Lembeck mit seinen Schützlingen einen „Werkstattführerschein“ machte und den Jungen in seinem Workshop den Bau eines Winddrachens näher brachte, besuchten sechs Jungen den PC-Kurs „Pimp your PC“ bei Friedrich Schnabel (28). „Mein Vater ist Computertechniker, da habe ich mir schon ein bisschen abgeguckt“, erklärte der zwölfjährige Daniel Stefan sein Naturtalent im Umgang mit dem Computer. Auch Tim Niggemann (11) hat schon einmal zu Hause am PC gebastelt, „hier haben wir dann gelernt, wie man den Computer schneller macht“, freute er sich. So konnten die Jungs nach dem Besuch des Workshops die Bau- und Funktionsweise der Festplatte und das Defragmentieren selbiger zeigen.
Im „Home Survival Trophy“-Workshop lernten die Jungen die Dinge, die eigentlich ganz untypisch für das männliche Geschlecht sind: Frank Düvel und Artur Wiaderek zeigten den Männern von morgen, wie man richtig bügelt oder Kleidung mit nur zwei Griffen zusammenfaltet. Und auch wenn letzteres wie ein Tipp von der Uroma klingt, „haben wir uns das aus dem Internet rausgesucht“, lachte Düvel. Teilnehmer Yanik Rediske (12) überlegte im Nachhinein sogar, „ab sofort zu Hause meine Sachen selbst zusammenzulegen“.
Richtig kreativ werden konnten die Jungs im Workshop von Ulf Hedenkamp (22) und Florian Köchy (21). Als jahrelange Bassisten und Gitarristen stellten die beiden Musiker im Laufe des Tages eine eigene Band mit Klavier, Schlagzeug, Gitarre, Bass und Akkordeon zusammen und entwickelten mit den Teilnehmern einen Song, der sich wirklich hören lassen konnte. Schlagzeuger Julian Härtel (11) war begeistert: „Ulf und Florian sind cool, der Workshop bei den beiden macht wirklich Spaß“. Hochmotiviert gab er in der Band den Takt an. Der zehn-jährige Aaron Ahrens wählte dagegen ein eher ungewöhnliches Instrument: Am Akkordeon spielte er während der Präsentation die tragende Melodie des erarbeiteten Stücks. Die von Ulf Hedenkamp bereitgestellte „Quetschkommode“ hatte seine besten Tage schon hinter sich, die quäkenden Töne waren dennoch der Höhepunkt der Musik. „Bei meinem Opa habe ich schon einmal Akkordeon gespielt“, erzählte Aaron.
In einem weiteren Workshop lernten die fünf Teilnehmer schließlich Breakdance. Der langjährige Breakdancer Maksim Filzow (26) brachte den Jungs beeindruckende Bewegungen und Schritte bei, die sie während der Präsentation zur Musik der Band vorführten. Eine Fortsetzung des Jungen-Erlebnistages ist in Planung.
