WAHNBEK - Bauer Teedje Roggenkamp (Karl-Heinz Wemken) hat ein Problem. Er wollte mit seinem schicken Mercedes eine Anhalterin mitnehmen. Von ihrem hübschen Anblick begeistert, verwechselte er das Gas- mit dem Bremspedal und beschädigt sein Auto durch einen Zusammenstoß mit einem Baum. Heraus kommt ein Blechschaden, oder auf Plattdeutsch: Blickschoden. So ist auch der Titel des Theaterstücks der Speelkoppel Wahnbek, das am Freitagabend im Peerstall auf dem Gut Wahnbek Premiere feierte.
Über ein volles Haus konnte sich Speelkoppel-Gründer Klaus Hillen freuen, der das Stück von Hans Gnant für die Theatergruppe bearbeitet hat. Wir haben kaum Werbung gemacht. Die erste Anfrage für Karten kam im November letzten Jahres, sagte Hillen. So sind auch die kommenden Vorstellungen im März komplett ausgebucht. Kein Wunder, denn die Zuschauer zeigten sich begeistert von Blickschoden. Die Schauspieler Wemken, Hedwig Ganske (Hille Roggenkamp), Markus Knüppel (Sohn Bernd Roggenkamp), Sonja Matarese (Schwester von Hille, Gesine Flierboom), Alexander Oetken (Dorfkrug-Inhaber Carsten Glüsing), Ulli Gröger (Werkstatt-Inhaber Lüder Bloom) sowie Lena Steenken, in der Rolle von Anhalterin Cornelia Krüger, bekamen tosenden Applaus. Auch wurde viel gelacht, als Wemkens bester Freund Alexander Oetjen Frau Hille sämtliche Lügen auftischte, um den Unfall zu vertuschen.
Ehrengäste an diesem Abend waren unter anderem Erhard Brüchert, Vorsitzender von De Spieker, Heimatbund für niederdeutsche Kultur, sowie Fritz Lottmann als Stellvertreter der Oldenburgischen Landschaften. Ich bin schon sehr oft hier gewesen, sagte Lottmann, Ich komme her, weil es hier recht persönlich ist. Ich begrüße das, was die Gruppe auf die Beine stellt. Ihr persönlicher Einsatz ist bewundernswert. Die Atmosphäre im alten Stall gefällt mir besonders. Ich begrüße auch diese kleinen Bühnen am Stadtrand. Brüchert fügte hinzu: Gerade die Bühne mit den variablen Schauspielern gefällt mir gut. Das Ambiente ist etwas Besonderes. Die Speelkoppel hat auch ihr Stammpublikum. Im Speelkring haben wir fast 40 Bühnen im gesamten Oldenburger Land. Das ist wichtig für das Überleben der plattdeutschen Sprache.
Plattdeutsch zu können ist aber kein Muss, um bei der Speelkoppel mitzumachen. Laut Hillen sei die Gruppe auf der Suche nach männlichen Schauspielern: Wir haben Männermangel und suchen. Es wäre schön, wenn sie Plattdeutsch sprechen könnten. Aber wenn nicht, bringen wir es ihnen bei.
