WANGEROOGE - Alle Scheinwerfer sind auf die Bühne gerichtet – das Publikum steht bereit zum Ausrasten. Grölen und Kreischen setzt ein, als gewaltiger Sound durch die Dünenhalle donnert: Nacheinander kommen die Musiker von „Drone“ – Fabian, Felix, Marcelo und Moritz, genannt Mutz – auf die Bühne. Und los gehts.
Während vorne das für Metal-Musik typische „pogen“ im Publikum losgeht, bleiben viele etwas weiter hinten und genießen einfach nur das grandiose Zusammenspiel von Instrumenten und hervorragendem Stimmeinsatz. Schnell zeigt sich: Auch Zuschauer, die bisher nicht auf Metal standen, sind mitgerissen.
Von China auf die Insel
Die Thrash-Metal-Band „Drone“ aus Celle reist zurzeit auf ihrer „Piss & Drunk“-Tour nicht nur durch deutsche Städte, sondern auch durchs Ausland. Mit dabei sind „Bloodwork“ und „Pride Shall Fall“ als Vorbands.
Sie machten jetzt auch auf Wangerooge Station. „Der Auftritt hier ist schon seit eineinhalb Jahren geplant, jetzt haben wir es endlich geschafft“, erzählt Schlagzeuger Felix. Obwohl die Musiker viel Auftrittserfahrung haben – u. a. traten sie auf Festivals auf und tourten sogar durch China – sind sie vor dem vergleichsweisen kleinen Konzert auf der Insel nicht entspannter als sonst.
„Man hat das Publikum hier praktisch genau vor dem Gesicht und es besteht mehr Kontakt zu den Leuten“, erklärt Lead-Gitarrist Marcelo: „Da ist es einfacher vor vielen Menschen zu spielen.“
Dennoch finden es die Jungs schön, im kleineren Rahmen zu spielen, auch wenn es immer wieder eine Herausforderung ist. „Es ist egal, vor wie vielen Menschen wir spielen. Auch wenn nur fünf Leute vor uns stehen – wir geben immer gleich Gas“, sagt Frontmann Mutz.
Als ganz besondere Vorband trat der Wangerooger Shantychor „SchippRatz“ auf. „Drone“ fanden die Idee, eine inseltypische Gruppe ebenfalls singen zu lassen, sehr gut. „Es ist etwas Exotisches und ein schönes Kontrastprogramm“, sagt Mutz. Danach sorgte „Pride Shall Fall“ für etwas härtere Töne zur Einstimmung.
Auf die Insel geholt hat die Metaller Christian Osterloh. Der 18-jährige Wangerooger organisierte den Abend mit Hilfe seinen Freundes Steffen Schrell. Kennen gelernt hat Osterloh „Drone“ auf einem Festival und hatte dann regelmäßig Kontakt zu ihrer Managerin. An dem Abend selbst halfen noch viele andere Freunde mit, die Organsiatoren brachten auch die Bandmitglieder bei sich unter.
Unterstützung durch Lions
Reichlich Unterstützung bekamen die Organisatoren vom Lions-Club, sowohl in organisatorischen als auch in finanziellen Fragen. Der Pächter der Dünenhalle, Ralf Lammers, ermöglichte, dass das Konzert dort stattfinden konnte. „Der Abend war klasse. Wir hatten ein super Publikum und die Bands haben ihr Ding durchgezogen. Hoffentlich wiederholen wir das“, sagt Christian am Ende stolz.
Die vier Jungs von Drone betonten immer wieder, wie nett sie auf der Insel aufgenommen wurden. Im Gegensatz zu großen Festivals habe ihr Besuch auf Wangerooge etwas Familiäres und Persönliches. „Alle haben mit angepackt“, erzählt Mutz. „So ist der Abend durch starkes Engagement und gegenseitiges Helfen möglich geworden.“ Besondere Anerkennung verdiente sich übrigens Drones-Tontechniker Bastian Schilling, der es trotz technischer Probleme kurz vor dem Konzert möglich machte, dass das Konzert doch noch rechtzeitig beginnen konnten.
Eines ist schon jetzt sicher: Die Jungs wollen auf jeden Fall wieder auf die Insel kommen. „Wangerooge knallt richtig“, sagt Mutz. „In dem Moment, in dem die Fähre vom Hafen ablegt, ist man in einer ganz anderen Welt – gelöst von Stress. Die Insel hat so was Romantisches an sich“, schwärmt er.
„Drone“ können sich sogar vorstellen, dass regelmäßige Veranstaltungen dieser Art auf der Insel folgen – nicht nur für die Wangerooger, sondern auch für Urlauber.
Schon jetzt hoffen Organisatoren, Band und Fans, zur Verwirklichung dieser Idee Unterstützung zu bekommen. Mutz ist überzeugt: „Das ist auf jeden Fall eine Sache, die Zukunft hat.“
