WARDENBURG - Neulich, der Verein „Museum Alte Schmiede“ hatte seinen Sitz noch in Ahlhorn, glaubte ein Besucher der Sammlerin Hannelore Schindelasch (61) auf die Schliche gekommen zu sein. Bei der Royal Barlock, einer etwa 100 Jahre alten Schreibmaschine, müsse es sich um eine Fälschung handeln, wandte er ein. „Die hat auf der Tastatur ja schon ein @-Zeichen!“ Sein Triumph währte indes nicht lang: Schindelasch wies nach, dass das @ in den USA nichts anderes als ein kaufmännisches Und ist – und das schon seit langer Zeit.
Der Grund, dass das Museum in Ahlhorn sein Quartier aufgegeben hat und jetzt nach Wardenburg in das Haus Nr. 219 an der Oldenburger Straße zieht, hat ganz aktuelle Gründe. Die Heizkosten nahmen einfach überhand, die neue etwa 200 m² große Bleibe über dem Schlecker-Markt verspricht, den Geldbeutel der drei ehrenamtlichen Betreiber – das Ehepaar Hannelore und Rudolf Schindelasch sowie Elektroinstallateurmeister im Ruhestand Harald Behrendt – deutlich mehr zu schonen. Mit dem Umzug ist auch ein Namenswechsel verbunden: Sammler- und Hobbyforum heißt der gemeinnützige Verein ab sofort. „Neben unserer Ausstellung von historischen Schreibmaschinen und alten Schriften wollen wir im Wechsel neuen Sammlern und Hobbykünstlern ein Forum bieten“, sagt Hannelore Schindelasch. Sie bringt für ihren Posten als Vorsitzende viel Erfahrung und Know-how mit: die ehemalige Lehrerin an den Berufsbildenden Schulen in Delmenhorst, Varel, Rostrup, Haarentor und Wechloy ist unter anderem Präsidentin des
Deutschen Stenografenbundes.
Wenn am Sonnabend, 5. Dezember, nun erstmals die Türen öffnen, warten auf die Besucher etwa 100 historische Schreibmaschinen, die den Geist der Vor-Computerära verströmen, sowie eine kleine Elektrowerkstatt voller wundersamer Gerätschaften. Die Exponate beweisen, dass auch Technik aus einer Zeit faszinieren kann, als an das Internet noch gar nicht zu denken war.
