WARDENBURG - Erst nach aufwändiger Suche wurden die alten Porträts gefunden. Es gibt noch reichlich Platz für weitere Nachfolger.

von anja rohde

WARDENBURG - „Alle haben ein Haus, um ihre Bilder aufzuhängen. Nur die Gemeindebrandmeister haben keine Wand mit ihren Porträts.“ So hatte sich Werner Liebl bei Wardenburgs Bürgermeisterin Martina Noske beklagt, und dies nicht ohne Erfolg. Seine Anregung, „die ich nur abgearbeitet habe“, wie Noske sagte, wurde in die Tat umgesetzt. Gestern konnten einige der ehemaligen Gemeindebrandmeister, darunter auch Liebl, sowie der derzeitige Amtsinhaber Herwig Grotelüschen eine kleine Galerie im Rathaus der Gemeinde Wardenburg einweihen.

Zu den Öffnungszeiten des Rathauses sind dort von nun an die Porträts aller Gemeindebrandmeister zu sehen, die seit Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Wardenburg im Jahr 1927 diese Aufgabe ausgefüllt haben. Erster Gemeindebrandmeister war Gerhard Oeljen, der bis 1940 im Amt war. Es folgten Bernhard Stöver (1940 bis 1957), Wilhelm Wegener (1957 bis 1958), Heinrich Schnitker (1958 bis 1969), Kurt Haake, der das Amt 1970 lediglich kommissarisch inne hatte, Johannes Schnitker, der von 1970 bis 1989 Gemeindebrandmeister war und mit 19 Jahren die bislang längste Amtszeit aufweist, Werner Liebl (1989 bis 2005) und Herwig Grotelüschen.

Nicht ganz einfach war es, die alten Fotografien zu beschaffen. Während die Gemeinde die noch lebenden Gemeindebrandmeister in einem Fotostudio porträtieren lassen konnte, waren hartnäckige Recherchen nötig, um auch die Anfänge des Gemeindebrandwesens zu dokumentieren. Ein altes, noch handgeschriebenes Protokoll, das dabei hilfreich hätte sein können, ist verschollen. Zeitzeugen wurden befragt und Unterlagen gesucht. Doch letztendlich wurden die Mitarbeiter der Gemeinde unter der Regie des zuständigen Fachbereichsleiters Wolfgang Arians in einem Koffer fündig, in dem Heinrich Schnitker das „Feuerwehrarchiv“ verwahrt. „Mexikanische Buchführung ist das“, scherzte Arians.

Die kleine Galerie im 2. Stock ist auf Zuwachs eingerichtet. Platz für alle Gemeindebrandmeister, die in Zukunft das Amt übernehmen werden, ist reichlich vorhanden. Vielleicht aber unnötig: „Wenn weiterhin alle so lange im Amt bleiben, dann brauchen wir gar nicht mehr Platz“, lachte Noske.

Das Rathaus hat montags bis freitags von 8.30 bis 12.30 Uhr und donnerstags von 14 bis 17.30 Uhr geöffnet.