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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Vielfalt statt Einfalt mit Vielschreiber Vivaldi

05.03.2019

Warfleth Antonio Vivaldi hat nur ein einziges Konzert komponiert, das aber 600-mal. Der modernere Meister Igor Strawinski hat das süffisant vom barocken Meister behauptet. Das Zitat ist abgedroschen. Aber die Art und Weise, wie moderne Ensembles es immer aufs Neue widerlegen, elektrisiert. Die Formation Volcania ist so eins. Es lässt die verzierten Melodien und die gehämmerten Rhythmen in immer neuer Gestalt durch die voll besetzte Konzertkirche in Warfleth (Landkreis Wesermarsch) toben. Schönen Gruß, Igor, dir zeigen wir eine lange Nase!

„Vivaldi hat seine Musik übersichtlich gestrickt, aber er hat etwas Magisches“, sagt Gast Daniel Sepec, Solist in einigen Violinkonzerten. „Diese Musik hat große Klarheit“, ergänzt Blockflötistin Elisabeth Champollion, die Leiterin des Ensembles von acht Musikerinnen und Musikern. „Sie ist intellektuell und trotzdem mit dem Herzen zu begreifen.“

Vielseitig erlaubt sie bei standsicherer Form enorme improvisatorische Freiheiten. Eine passiert ungewollt. Im A-Dur-Konzert RV 343 reißt dem kultivierten Klangzauberer Sepec die e-Saite. Macht nichts. Er bringt das Konzert auf dem Instrument der 2. Konzertmeisterin locker zu Ende.

Zum anderen baut Volcania einen enormen Ausdrucksradius auf, mit nervig-gespannten Allegri. Zudem demonstriert jeder solistisch in einem Programmteil zwischen Bach und György Kurtág die eigene Virtuosität und Musikalität. Und Champollion ist sowieso eine Blockflötistin mit einem betörenden Klang aus dem ganzen Körper heraus.

Für Volcania haben Mark Scheibe und Moritz Eggert 2018 nicht im Stile, sondern im Sinne des Italieners Neues geschrieben. Eggerts „Traité des Passions“ erweist sich dabei als anspruchsvoll, direkt packend, mit einem Material, das sich bei erkennbarer Struktur logisch fortentwickelt. Scheibe führt geradewegs in die „Villa Vivaldi“ und lässt Solovioline und zwei Blockflöten Kapriolen schlagen.

Wie kommt man auf solche Kompositionen? „Erst mal habe ich alle Töne gesammelt, die es gibt“, sagt Eggert süffisant lächelnd. „Dann habe ich alle angehört und die aussortiert, die ich brauche.“ So einfach ist das. Glatt à la Vivaldi.

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