Navigation überspringen
nordwest-zeitung
Abo-Angebote ePaper Newsletter App Prospekte Jobs Immo Trauer Shop

Kultur Was das Leben im Pub glücklich macht

Oldenburg - Das Rad muss nicht neu erfunden werden – diese Erfahrung beherzigen Frauke Allwardt und Dieter Hinrichs vom „Theater Hof/19“ mit ihrer aktuellen Produktion. Die Zuschauer nehmen „Doppelter Whisky, einfaches Glück“ seit mehr als zwei Jahren begeistert an, füllten bereits mehr als 40 Vorführungen.

Die beiden Macher des Freien Theaters an der Bahnhofstraße sind Schottland- und Irland-Fans. Die Geschichten gehen ihnen nach zahllosen Reisen nicht aus. Was lag näher, als diesen Erfolgsabend mit einer weiteren Produktion fortzusetzen? „Neuer Whisky, neues Glück“ heißt das Stück, das am Donnerstag Premiere feierte.

Das öffentliche Leben in Irland spielt sich in großen Teilen in Pubs ab. So verwandelt sich der Aufführungsraum in ein verlängertes Wohnzimmer mit Zuschauern als Pub-Besuchern. Am Tresen erzählen sich Dieter Hinrichs sowie Marie-Luise Gunst und Jens Hasselmann – die beiden Berliner Schauspieler sind Theater-Hof-Besuchern bereits gut vertraut – nicht nur ihre Geschichten. In der Pause und nach der Aufführung bestellen die Zuschauer hier auch ihren „Writers Tears“ oder eine andere Whisky-Sorte.

Sorgen und Hoffnungen

Die Geschichten im Pub handeln von alltäglichen Nöten und Sorgen, von Freuden und Hoffnungen.

Berührend das Schicksal der alten Mrs. Skully, die Jahr um Jahr zu Weihnachten auf einen Brief ihres Sohnes wartet – bis sich der Postbote erbarmt und selbst einen schreibt. Fesselnd die Erzählung der jungen Mutter, die in sturmumtoster Nacht die Rückkehr ihres Mannes, eines Landarztes, vom Einsatz auf einem einsamen Gehöft erwartet. Bedrückend die Not der Verkäuferin, die mit doppeltem Job sich und ihr krankes Kind durchbringen muss.

Aber was wäre ein irisch-schottischer Abend ohne Gitarren und Pipes, Akkordeon und Gesang? Jeder Erzählung folgt ein Song, der – mit Lust und Temperament vorgetragen – nicht nur Augen und Ohren erfreut, sondern auch das Gemüt erhellt. Dass Alkohol eine große Rolle in Pubs spielt, liegt auf der Hand. Die durchzechten Nächte sind einerseits Fluchtpunkte in einem von Armut und Schwermut geprägten Alltag. Andererseits stürzen hohe Zechkosten ganze Familien noch tiefer in Not. „Neuer Whisky, neues Glück“ begnügt sich damit, dieses Dilemma nur anzudeuten. Im Umgang mit Alkohol könnte das Stück ruhig etwas mehr Reflexionsvermögen zeigen.

Bewusste Entscheidung

Ganz wunderbar steigt das Stück mit einer Betrachtung zum Glück aus: Sehe ich das Spiegelbild der Sterne in der Pfütze, oder wende ich die Augen zum Himmel? Glück sei eine ganz bewusste Entscheidung, legt Dieter Hinrichs nahe. Und mit einem fröhlichen Tanz zum Abschluss ergänzt, ist auch diese Erkenntnis ganz leicht. Das Rad muss nicht neu erfunden werden – man muss wissen, wie man es dreht. Die nächsten Termine, für die noch Karten erhältlich sind: 2./3./4. Februar 2017.

Christoph Kiefer
Christoph Kiefer Reportage-Redaktion (Chefreporter)
Themen
Artikelempfehlungen der Redaktion
Die Mitglieder vom BSV Kickers Emden stimmen am Donnerstagabend für die Ausgliederung der ersten Herren in eine GmbH.

POSITIVES VOTUM Mitglieder geben Grünes Licht für die Kickers-Emden-GmbH – Rießelmann spricht von „Happy End“

Lars Möller
Emden
Stellten die Ausweitung des Konzeptes „Wilhelmshaven sicher“ auf den Busverkehr der Stadtwerke-Verkehrsgesellschaft vor: (v.li.) Frank Rademacher (Geschäftsführer Stadtwerke-Verkehrsgesellschaft Wilhelmshaven), Polizeidirektor Heiko von Deetzen, Projektleiter und Polizeihauptkomissar Tim Bachem und Oberbürgermeister Carsten Feist.

POLIZEIPRÄSENZ IM BUSVERKEHR Hausrecht der Polizei stärkt ab sofort Sicherheit in Bussen

Lutz Rector
Wilhelmshaven
Kommentar
Klimaaktivisten der Gruppe „Fridays for Future“ in Saarbrücken werfen Bundeskanzler Scholz vor, bei seinem Besuch in der vom Hochwasser betroffenen Region und in seiner Ansprache „die Klimakrise fahrlässig ausgeblendet“ zu haben.

UMWELTPOLITIK Durch mehr Klimaschutz gibt’s nichts zu verlieren

Jana Wolf Büro Berlin
Eine junge Lehrerin schreibt Mathematikaufgaben an eine Schultafel. Niedersachsen will 390 Schulen im Land nach Sozialindex stärker fördern.

NEUES PROGRAMM FÜR 390 SCHULEN Wie Niedersachsen mehr Bildungsgerechtigkeit herstellen will

Stefan Idel Büro Hannover
Hannover
Lara und Philipp Schumacher wollen gemeinsam mit ihren drei Kindern ein neues Leben auf Mallorca beginnen. Dafür bereiten sie seit Jahren alles vor – und der letzte, mehrmonatige Aufenthalt vor der Auswanderung begann mit einem herben Rückschlag.

BETROGEN UND ENTTÄUSCHT Emder Familie kämpft nach Betrug auf Mallorca um ihren Traum

Aike Sebastian Ruhr
Emden