Oldenburg - Es gibt doch nichts Schöneres für eine Frau: Ein Liebeslied, nur für sie. Die Band spielt, das Licht tanzt, Gänsehautstimmung im Publikum. Mirja Boes genießt das auf eigene Art – mit einem kühlen Bier.

Mit ihrem aktuellen Programm „Das Leben ist kein Ponyschlecken“ machte sie am Sonnabend mit ihrer Band „Honkey Monkeys“ Halt in Oldenburg; was viele nicht wissen, Mirja Boes singt nämlich auch. Etwa 300 Zuschauer kamen in den Cäciliensaal, um ihre Vorstellung zu sehen; hier räumte Boes mit Vorurteilen gegenüber Frauen auf, und zog die Männer einmal ordentlich durch den Kakao – das kam nicht nur bei den weiblichen Zuschauern gut an.

Wer denkt, Frauen sprechen über Schuhe, Tupperware und Pferde, irrt sich, denn wirklich wichtiges Thema in der Frauenwelt sei schlichtweg das männliche Glied. Da nimmt Mirja Boes kein Blatt vor den Mund; mit Tabuthemen wie Hämorriden, Haarentfernung in der Bikinizone und Schlankmacher-Unterwäsche trifft sie die Probleme, über die Frauen wirklich nachdenken. So schmettert sie einen Witz nach dem anderen über die Bühne, dass das Publikum nur so kreischt und brüllt. Mit unterhaltsamen und ebenso witzigen Liedern sorgten die Komikerin und die „Honkey Monkeys“ für reichlich Abwechslung und ausgelassene Stimmung.

Dabei bezog sie auf geniale Weise das Publikum mit ein. Zu dem Lied „Das kriegen wir hin“ durften zwei Männer ihre handwerklichen Fähigkeiten unter Beweis stellen, indem sie ein Regal aufbauten. Mutter und Sohn tanzten auf der Bühne zu „Mach dich nicht zum Horst, Heinz“, und tatsächlich schrieben Männer bei Boes wieder Liebesbriefe – die herzzerreißenden Worte eines frisch verheirateten Mannes an seine Frau offenbarte Boes anschließend dem Publikum.

Viele Frauen waren für Boes’ Vorstellung zum „Mädelsabend“ verabredet. „Wir haben unsere Männer zu Hause gelassen, weil wir sie lieb haben“, sagt Karin Wybrands und lacht. „Es klingt überhaupt nicht einstudiert und man findet sich da wieder“, findet Barbara Lascheit. „Deshalb gibt es auch viel zu lachen“, ergänzt Freundin Jessica Lange.

Auch wenn die Show „eher so ein Frauending ist“, wie Mirja Boes sagen würde, hatten auch Männer sichtlich Spaß. „Sie hat das Publikum toll einbezogen, so wurde es nie langweilig. Man muss ja die Frauen auch besser kennenlernen“, sagt Niklas Heinemann. Freundin Insa Böckenkröger mag Boes, weil sie besonders authentisch ist: „Sie ist so normal geblieben. Das war eine tolle Mischung aus Musik und Comedy.“