WEHNEN - Die Frage nach dem Sinn stand im Mittelpunkt des gut besuchten zweiten Karl-Jaspers-Symposiums in der Karl-Jaspers-Klinik (KJK) in Wehnen. An der Fachtagung nahmen Philosophen und Psychiater, Psychotherapeuten und Logotherapeuten teil. „Es war eine gute und erfolgreiche Veranstaltung. Uns freut insbesondere die überregionale Beteiligung“, sagte Gastgeber Prof. Dr. Jörg Zimmermann, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Klinik für Allgemeinpsychiatrie der KJK.
Etwa 100 Teilnehmer beschäftigten sich in Vorträgen und Arbeitsgruppen speziell mit der Frage des Sinnverlustes. Bei Depressionen und dem Erschöpfungssyndrom „Burnout“ könne eine Therapie neue Sinnhorizonte aufzeigen, auch wenn sie den Sinn nicht vorgebe, betont Zimmermann. Die Logotherapie stehe religiösen Fragen offen gegenüber, sie betrachte Religion als Ressource. Sehr wichtig für die Sinnerfüllung seien auch Kunst- und Theater-, Sport-, Bewegungs- und Musiktherapie.
Den Abschluss des ersten Tages bildete ein Konzert mit der Oldenburger Sopranistin Irina Wischnizkaja und dem Pianisten Olaf Wiegmann. Die Künstlerin, die viele Jahre am Oldenburgischen Staatstheater tätig war, sang Arien aus Opern und Operetten und erhielt viel Beifall.
Hintergrund der Veranstaltung: Die Philosophie gilt als wichtige wissenschaftliche Grundlage für die Psychiatrie. Die Karl-Jaspers-Klinik arbeitet auf mehreren Gebieten mit der Carl von Ossietzky Universität in Oldenburg zusammen, unter anderem mit Prof. Reinhard Schulz, dem Geschäftsführer der Karl-Jaspers-Vorlesungen.
