Oldenburg - Ein Winterwunderland samt lebensgroßen Wolfsattrappen wartete im Foyer auf die mehr als 1000 Gäste des 48. Presse- und Opernballs in der Weser-Ems-Halle. Neben Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) schritten auch Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD), DRK-Präsident Dr. Rudolf Seiters und viele weitere Größen aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft unter funkelnden Kronleuchtern über den roten Teppich. Während des Sektempfangs im Alten Foyer bahnte sich die vierköpfige Frauenband Brass­appeal in weiß-goldener Formation ihren Weg.

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Hunderte Windlichter tauchten den großen Saal in gedämpftes Licht, als das Oldenburgische Staatsorchester mit der Ouvertüre zu Michail Glinkas „Ruslan“ den Ballabend eröffnete. NWZ -Chefredakteur Rolf Seelheim, Vorsitzender des Presseclubs Weser-Ems, und Markus Müller, Generalintendant des Oldenburgischen Staatstheaters, hießen die Gäste willkommen.

In Anlehnung an das Motto des Abends „Weiße Nächte – Ein Ball am Hof des Zaren“ ging Seelheim auf die Oldenburger Verbindungen nach Russland ein, insbesondere auf Peter Friedrich Ludwigs jüngsten Sohn Georg, der 1809 eine Zarentochter heiratete und damit eine lange russische Nebenlinie des Hauses Oldenburg begründete.

Ehrengast Ivan Khotulev, der russische Generalkonsul, betonte den kulturellen Austausch und bezeichnete die Ausrichtung des Presse- und Opernballs als Würdigung der russischen Traditionen. Dann betörten die Solisten des Staatstheaters die Gäste: Kaum war Paul Bradys Arie des Onegin aus Tschaikowskys Oper „Eugen Onegin“ vorüber, setzte der überbordende Applaus ein, bevor das Tanzorchester unter Axel Goldbeck spielte und Hunderte auf die Tanzfläche lockte.

Parallel sang der Opernchor unter Leitung von Thomas Bönisch im kleinen Festsaal weitere Opernausschnitte und russischen Tango. Überhaupt luden dunkelrote Polster und einige Stehtische zum Innehalten ein. Später spielten dort Salonorchester und das Philipp-Pumplün-Trio.

Als Kosaken, russische Offiziere oder sogar als flauschige Eisbären verkleidet, flanierten die Schauspieler des Staatstheaters durch die Menge und boten Süßes buchstäblich auf dem Silbertablett an. Ermöglicht wurde das festliche Programm durch die finanzielle Unterstützung der Landessparkasse zu Oldenburg. Sponsoring-Partner für die Dekoration war die Oldenburgische Landesbank.

Gehüllt in traditionelle Gewänder schwang das russische Folklore-Ensemble Irinuschka Arme und Beine zu Kalinka in die Luft. Gleichzeitig bewahrten die Münchner Tänzer Präzision: Weder der „Kokoschnik“-Kopfschmuck verrutschte, noch wirbelte einer der bunten „Platok“-Schals aus dem Takt. Der russische Diplomat Khotulev lobte: „Schön umgesetzt“. Eine Etage höher sangen die Sweet-Sugar-Swing-Girls vor rotem Samtvorhang und animierten Dutzende Paare zum beschwingten Tanz.

Wer dabei ein wenig aus der Puste geriet, konnte sich von Sonja und Gerriet Schimmeroth dezent nachpudern- und frisieren lassen.